Weitere Festnahme von Neonazi-Terrorhelfer

 

Karlsruhe - Die Bundesanwaltschaft hat einen weiteren mutmaßlichen Helfer der rechtsradikalen Zwickauer Terrorzelle festnehmen nehmen lassen. Der 31-jährige Carsten S. sei am Mittwochmorgen in Düsseldorf verhaftet worden, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Er soll den Mitgliedern der terroristischen Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) eine Schusswaffe und Munition verschafft haben. Der mutmaßliche Terrorhelfer sei dringend verdächtig, Beihilfe zu sechs vollendeten Morden und einem versuchten Mord geleistet zu haben.

Nach Erkenntnissen der Ermittler war der Beschuldigte in den Jahren 1999 und 2000 im rechtsextremistischen „Thüringer Heimatschutz“ aktiv. Er soll 2001 oder 2002 eine Waffe und Munition in Jena gekauft haben, die über Mittelsmänner zu den NSU-Mitgliedern gebracht wurden.
 

Die Bundesanwaltschaft zeigt am 1.12.2011 Waffen die bei den Ermittlungen gegen die terroristische Vereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) gefunden wurden, hier die Waffen aus dem Fund in einem Wohnmobil in Eisenach.  

Angesichts seiner engen persönlichen und ideologischen Verbindung zu den mutmaßlichen Terroristen soll er es billigend in Kauf genommen haben, dass die Schusswaffe für rechtsextremistische Morde verwendet werden könnte. Bislang ist allerdings ungeklärt, ob die Waffe tatsächlich für terroristische Straftaten eingesetzt worden ist.

Carsten S. hatte sich in der vergangenen Woche über seinen Anwalt an die Presse gewandt. Er sei im Jahre 2000 aus der rechten Szene ausgestiegen, heißt es in der Erklärung. „Seitdem habe ich mich davon distanziert und verabscheue jegliche Art von rechtem, rassistischem und extremistischem Gedankengut. Auch hatte ich nach 2000 keinen Kontakt mehr zur rechten Szene.“

Weitere Festnahme wegen Verbindung zur Zwickauer Terrorzelle
Uwe Böhnhardt (l-r), Uwe Mundlos und Beate Zschäpe (Fotos von 2007,2009 und 2011) Bundeskriminalamt (Bundeskriminal)
Die Bundesanwaltschaft sieht dies anders. Bis 2003 habe Carsten S. Kontakte in rechtsradikale Kreise unterhalten. Zeitweilig soll er der Einzige aus dem rechtsextremistischen Umfeld des NSU gewesen sein, der unmittelbaren Kontakt zur Zwickauer Zelle hatte. Er soll noch am Mittwoch dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.

Das Neonazi-Trio soll für die Morde an neun Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft sowie an der Polizistin Michele Kiesewetter in Heilbronn 2007 verantwortlich sein. Auch zwei Bombenattentate in Köln 2001 und 2007 und mehrere Banküberfälle sollen auf ihr Konto gehen.

Die mutmaßlichen Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos hatten sich Anfang November selbst getötet. Die einzige Überlebende des Trios, die 37-jährige Beate Zschäpe, sitzt in Untersuchungshaft. Außerdem befinden sich neben Carsten S. vier weitere mutmaßliche Unterstützer des Trios in Untersuchungshaft.

 

 

Polizistenmord: Fahnder setzten auf Hypnose

Unterdessen gibt es fast fünf Jahre nach dem Mord an der jungen Polizistin Michele Kiesewetter auf der Heilbronner Theresienwiese neue Erkenntnisse.

Polizistenmord
Das Landeskriminalamt bestätigte einen „Focus“-Bericht, nach dem der niedergeschossene Kollege der getöteten Streifenbeamtin lange Zeit nach der Tat unter Hypnose zum Tatablauf befragt wurde. Nach Angaben des Magazins konnte er nur vage Angaben machen und sah im Rückspiegel des Streifenwagens, wie sich ein Mann dem Auto näherte, ehe die Schüsse fielen.

Ermittler fertigten aufgrund seiner Aussage und anderer Aussagen von Zeugen aus dem Wertwiesenpark sogar Phantombilder von einem Täter an. Sie wurden jedoch nie veröffentlicht, weil keines der Bilder zum jeweils anderen passte, erfuhr die Stimme. Hier weiterlesen ...
 

 


 




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