Polizistenmord: Nur noch 40 Spuren
Heilbronn/Stuttgart - Die Polizistenmord-Sonderkommission hat zurzeit nur noch 40 Spuren, die sie untersucht. Das teilte Horst Haug, Sprecher des Landeskriminalamtes, unserer Zeitung mit. Unter diesen Spuren sei nach wie vor keine „heiße“, so Haug. Die Soko ist seit Anfang des Jahres in der Stuttgarter Ermittlerbehörde angesiedelt. Alle Beamten, die damals von Heilbronn mit zum LKA zogen, sind jetzt wieder zu ihren vorherigen Aufgaben im Unterland zurückgekehrt. Das hatte der Unterländer Polizeichef Roland Eisele so mit dem LKA-Leiter Klaus Hiller vereinbart. Von den Heilbronner Kollegen arbeitet jetzt nur Soko-Chef Frank Huber selbst an dem Mordfall. Er leitet nach wie vor die Ermittlungen.Soko-Größe
Wann der Heilbronner Polizistenmordfall abgeschlossen sein wird, das wagt LKA-Sprecher Horst Haug nicht vorherzusagen. Wenn die restlichen 40 Spuren „ausermittelt“ sind und sich keine neuen Anhaltspunkte für die Ergreifung der Verbrecher ergeben, „dann wird man sich über die Größe der Soko unterhalten und schauen, wie es weitergeht wird“. Damit will Horst Haug aber keinesfalls durchblicken lassen, dass die Akte in absehbarer Zeit geschlossen und damit ad acta gelegt wird.
Panne
Die Soko soll den Mord an Michéle Kiesewetter aufklären, die am 25. April 2007 auf der Heilbronner Theresienwiese in ihrem Dienstwagen durch einen Kopfschuss getötet wurde. Ihr Kollege auf dem Beifahrersitz wurde ebenfalls durch einen Kopfschuss schwer verletzt. Er überlebte das Verbrechen wie durch ein Wunder, kann sich aber an die Schüsse nicht mehr erinnern. Der Mordfall machte auch durch die Wattestäbchen-Panne Schlagzeilen. Wenige Zeit nach dem Umzug der Fahnder nach Stuttgart wurde bekannt, dass das mysteriöse Phantom, das die Ermittler bis dahin suchten, nichts weiter als ein Fehler bei der Spurensicherung war. Bis heute werden Polizeiführung und Innenminister mit dem Vorwurf konfrontiert, dass sie die Öffentlichkeit nicht viel früher über den Irrtum informiert haben.
13. August 2009
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