Polizistenmord Heilbronn: Gedenkfeier für getöte Michele Kiesewetter




Stilles Gedenken an ein sinnlos ausgelöschtes Leben
Die Trauer bleibt: Auch die Großeltern des Opfers waren da. Foto: Andreas Veigel 
Heilbronn - Die warme Sonne und die blühende Natur können an diesem heiteren Samstagmorgen nicht darüber hinweg täuschen: Die Trauer, die Ohnmacht, die Fassungslosigkeit, die Wut und die unbeantwortete Frage nach dem Sinn und dem Verbleib der Täter – diese Gefühle sind in den letzten zwei Jahren nicht weniger geworden.

Genau hier, am 25. April 2007, wurde auf der Heilbronner Theresienwiese die 22-jährige Polizistin Michele Kiesewetter erschossen. Ihr Kollege wurde schwer verletzt. Die Täter sind entkommen, die Polizei tappt trotz gigantischen Ermittlungsaufwands im Dunkeln. Die Wattestäbchen-Panne vor wenigen Wochen sorgt dafür, dass der Polizistinnenmord von Heilbronn immer in den Schlagzeilen bleibt.

An diesem Samstagmorgen treffen sich über 50 Menschen, um gemeinsam der jungen Frau zu gedenken. Keiner spricht ein Wort, in kleinen Gruppen schreiten sie an den Gedenkstein am Rand des viel befahrenen Radwegs und verharren in Gedanken versunken.

Über 20 Polizisten aus Heilbronn und Böblingen sind zu Ehren ihrer ermordeten Kollegin gekommen. Auch die Großeltern der jungen Frau, Fritz und Edda Wenzel, treffen fünf Minuten vor Beginn der Gedenkveranstaltung ein und legen eine Blumenschale nieder. Sie sind am frühen Morgen im thürinigischen Oberweißbach gestartet. Mit Tränen in den Augen stehen sie am Tatort. Sie möchten in Ruhe gelassen werden.

Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach drückt ihnen still die Hand und legt dann eine graue Blumenschale mit weißen und gelben Blumen nieder. Fritz Wenzel macht ein Erinnerungsfoto von Gedenktafel und Blumenschmuck, um es zu Hause der trauernden Mutter und der Familie zu zeigen. Das Mitgefühl so vieler Menschen hilft ein wenig.

Stadträte sind gekommen, auch einige Bürger aus der Umgebung. Zum Beispiel Erwin Eisenreich, der zur Tatzeit mit dem Rad vorbeifuhr und sich über einen schwimmenden Mann im Neckar wunderte, nur wenige Meter vom Tatort entfernt. Das hat er damals auch der Polizei gemeldet. Er ist immer noch betroffen, dass so ein Verbrechen überhaupt passieren konnte.




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