Polizistenmord: Die nächste unglaubliche Theorie

Von unserer Redaktion

 Bildergalerie: Heilbronn im Ausnahmezustand | 25.04.07
Zum Starten der Bildergalerie auf Foto klicken.

 

Heilbronn - Wieder Riesen-Wirbel um eine neue Theorie zum Heilbronner Polizistenmord, und erneut erscheint vieles fragwürdig. Unter dem Titel "Mord unter den Augen des Gesetzes" stellt der Stern eine schier unglaubliche Theorie auf, nach der Verfassungsschützer beim Beobachten von Islamisten zufällig Augenzeuge des Mordes wurden − und die Erkenntnis über die tödlichen Schüsse bis heute für sich behalten haben sollen.

Millionensumme

Ein geheimes Observationsprotokoll des US-Militärgeheimdienstes "Defense Intelligence Agency" führt der Stern ins Feld, in dem auch auf die Teilnahme von Beamten des Landesverfassungsschutzes verwiesen wird. Ziel der Observation: einen verdächtigen Islamisten der Sauerlandzelle zu beschatten, der am Tag des Polizistenmords 2,3 Millionen Euro in einer Heilbronner Bankfiliale eingezahlt haben soll.

Auf der Theresienwiese sollen sich dann dessen Wege mit jenen von Rechtsextremen gekreuzt haben, es soll eine Schießerei gegeben haben, in die die Rechten, ein baden-württembergischer "Officer" und eine Polizeistreife verwickelt gewesen sein sollen. "Wollten oder mussten die Verfassungsschützer ihre Beobachtungen für sich behalten, weil sie die Ermittlungen zum Sauerland-Fall nicht gefährden durften?", fragt der Stern. Die Echtheit des Protokolls setzen die Autoren voraus.

Was kommt noch an Theorien und angeblichen Beweisen?

Das Innenministerium hat am Mittwoch eindeutig dementiert, dass Mitarbeiter des Landesamtes für Verfassungsschutz Teilnehmer einer "angeblich vom US-Militärgeheimdienst am 25. April 2007 durchgeführten Observation" gewesen seien. Mitarbeiter "waren auch nicht Zeugen des Mordes an der Polizistin auf der Theresienwiese", hieß es.

 

 

Nach Stimme-Informationen hat die Polizistenmord-Soko mehrfach Anfragen an den Verfassungsschutz gerichtet, auch an die Bundeswehr. Doch in keinem einzigen Fall lagen Erkenntnisse vor, die für das Verbrechen auf der Heilbronner Theresienwiese relevant gewesen wären. Die Fahnder bekamen Unterstützung, indem ihnen zum Beispiel Satellitenbilder vom Tattag zur Verfügung gestellt wurden. Doch auch diese Amtshilfe brachte keinen Hinweis auf die Mörder der Polizistin.

Schleierhaft

Sauerland-Gruppe? US-Geheimdienst? Millioneneinzahlung? Und vielleicht sogar ein Schusswechsel auf der Theresienwiese, von dem die Polizei nie erfuhr? Für Heilbronner Ermittler ist diese Theorie absolut schleierhaft − zumal auch keine weiteren Patronenhülsen gefunden wurden.

Eine Sprecherin der im "Stern" ursprünglich erwähnten Bank dementiert ebenfalls, dass es in der Heilbronner Filiale eine Millioneneinzahlung gegeben habe. Man habe alle Unterlagen überprüft. Im gesamten Jahr 2007 habe der höchste Einzahlungsbetrag bei knapp über 100.000 Euro gelegen. Eine Summe von 2,3 Millionen Euro? "Ich halte das für ausgeschlossen", so die Sprecherin. cf/mut/fur

 




termine24besenkalenderverkehrspiele

Archivsuche