Landtagspräsident: Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen

Stuttgart - Baden-Württembergs Landtagspräsident Guido Wolf (CDU) hat zu einem nachdrücklichen Engagement gegen den Rechtsextremismus in Deutschland aufgerufen. Wolf erinnerte am Freitag in Stuttgart bei der Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus an die Neonazi-Mordserie, bei der neun Geschäftsleute türkischer und griechischer Abstammung sowie die Polizistin Michele Kiesewetter in Heilbronn erschossen wurden.
„Wir haben vergangenen Herbst erfahren müssen, dass es in Deutschland möglich war, über eine Dekade lang eine Serie kaltblütiger, rassistisch motivierter Morde zu begehen.“ Außerdem sei Anfang dieser Woche eine Expertenstudie vorgestellt worden, wonach ein Fünftel der Bevölkerung offen oder latent judenfeindlich sei.
„Wir dürfen unsere Gesellschaft nicht für vollständig geläutert halten“, mahnte der Landtagspräsident anlässlich des Holocaust-Gedenktags. An ihm wird weltweit der Opfer der Judenverfolgung durch die Nazis gedacht. Am 27. Januar 1945 waren die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit worden. Auschwitz steht symbolhaft für den Völkermord und die Millionen Menschen, die vom Nazi-Regime verfolgt und umgebracht wurden.
Der braune Ungeist lebe bestens vernetzt und vielgestaltig weiter, in Springerstiefeln genauso wie in feinem Zwirn, sagte Wolf. Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) erinnerte bei einer Gedenkfeier in Grafeneck, das heute zu Gomadingen (Kreis Reutlingen) zählt, an die systematische Tötung von behinderten Menschen während der NS-Zeit. „Wir müssen die Erinnerung an sie wach halten und dem Vergessen entgegentreten. So geben wir den Opfern die Würde zurück, die ihre Mörder ihnen nehmen wollten.“ lsw
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