Generalbundesanwalt: Zschäpe hat sich noch nicht geäußert

 

Karlsruhe/Heilbronn - Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat bisher nicht ausgesagt. Das sagte der amtierende Generalbundesanwalt Rainer Griesbaum am Mittwoch in einem Interview für die ARD-Dokumentation „Brauner Terror in Deutschland: Wie Neonazis jahrelang unbehelligt morden konnten“. Die Sendung sollte am Abend (22.45) ausgestrahlt werden. Die „Stuttgarter Nachrichten“ hatten unter Berufung auf Ermittlerkreise eine Aussage der Frau für Mittwoch angekündigt.

Ziel der Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), der Zschäpe und ihre zwei inzwischen toten Komplizen angehört haben sollen, sei gewesen, „aus fremden- und staatsfeindlicher Gesinnung heraus“ zu töten - „insbesondere Mitbürger ausländischer Herkunft, aber auch Polizisten als Repräsentanten des demokratischen Rechtsstaates“. Das Neonazi-Trio soll zehn Morde auf dem Gewissen haben. Der Fall sei „eines der umfassendsten und komplexesten Verfahren“ der vergangenen Jahrzehnte, sagte Griesbaum.

Beate Zschäpe (36), Verdächtige im Heilbronner Polizistenmordfall, hatte sich am 8. November der Polizei gestellt.  dpa
Zschäpe gehörte laut Bundesanwaltschaft gemeinsam mit ihren inzwischen toten Komplizen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zur Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“. Die Gruppe soll für Morde an neun Geschäftsleuten türkischer und griechischer Abstammung sowie an einer Polizistin in Heilbronn verantwortlich sein.

Offen ist, wie viele Helfer das zuletzt in Zwickau lebende Trio hatte. Ein Mann in Niedersachsen wurde bereits festgenommen. Nach einem ARD-Bericht hatte das Trio auch einen Unterstützer in Sachsen -ebenfalls einen Neonazi, der für die Verdächtigen in Zwickau Wohnungen angemietet haben soll.

Tatwaffe identifiziert

In dem zerstörten Wohnhaus wurden die beiden Dienstpistolen aus dem Heilbronner Polizistenmordfall sichergestellt.  HSt/Archiv
Unterdessen ist die Waffe, mit der die Polizistin Michéle Kiesewetter (22) im April 2007 am helllichten Tag auf der Heilbronner Theresienwiese erschossen worden ist, eindeutig identifiziert. Die im Zwickauer Wohnhaus der mutmaßlichen Serienmörder gefundene baugleiche Waffe, mit der der Polizistenmord verübt wurde, ist die Tatwaffe. Das bestätigte am Montagabend der Sprecher des Generalbundesanwalts, Marcus Köhler, auf Anfrage der Heilbronner Stimme.

Die Waffe war im Schutt der ausgebrannten Wohnung des Terror-Trios „Nationalsozialistischer Untergrund“ gefunden worden.

Warum die mutmaßlichen Mörder auf zwei Streifenpolizisten schossen und die 22-jährige Michéle Kiesewetter töteten, ist jedoch nach wie vor unklar. red/fur


 




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