Gedenkstätte für Polizistin geschändet (02.02.08)
Heilbronn - Es reißt nicht ab an der Theresienwiese. Dort, wo die Gedenktafel für die getötete Polizistin Michéle Kiesewetter stand, ist nur noch ein Erdloch. In der Nacht zum Samstag haben Unbekannte die Stehle ausgegraben und vermutlich in den Neckar geworfen.
Bisher fehlt noch jede Spur von den Tätern. „Vieles deutet darauf hin, dass der oder die Täter die Gedenktafel über das Geländer der Fußgängerbrücke Richtung Böckingen gehievt haben“, sagt der Heilbronner Polizeisprecher Peter Lechner. „Dafür, dass es nicht nur einer war, spricht die Tatsache, dass die Stehle mitsamt Betonsockel ausgegraben wurde.“
Die Betroffenheit in der Bevölkerung ist groß. Viele Heilbronner kommen am Samstagmorgen an der Theresienwiese vorbei: „Eine Sauerei ist das. Was geht in diesen Köpfen vor?“, fragt sich Martin Bühler. „Man sollte solche Gedenkstätten absolute in Ruhe lassen, das ist tabu.“ Das Ehepaar Hildegard und Rudolf Wal geht hier oft spazieren: „Das ist eine Unverschämtheit“, sagen beide. Und sie ergänzt: „Man ist nirgends mehr sicher.“ Auch Ottmar Gauer kann es nicht verstehen: „Wer macht so etwas?“ Er fischt regelmäßig am Neckar und kann nur wiederholen, was viel sagen: „Das ist eine riesen Sauerei.“ Heilbronns Oberbürgermeister Himmelsbach reagierte bestürzt: „Ich bin entsetzt und enttäuscht, dass so etwas passiert.“
Die Polizei hofft auf Hinweise von möglichen unmittelbaren Zeugen oder Personen, die im Umfeld der potenziellen Täter Verdächtiges gehört oder beobachtet haben. Das Polizeirevier Heilbronn nimmt Hinweise unter der Telefonnummer 07131/104-2500 entgegen.
Bildergalerien zum Polizistenmord
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