Gall bezichtigt LKA der Lüge
Heilbronn - Reinhold Gall wirft dem Stuttgarter Landeskriminalamt (LKA) und seinem Leiter Klaus Hiller vor, die Unwahrheit im Heilbronner Polizistenmordfall gesagt zu haben. Der Obersulmer SPD-Landtagsabgeordnete und innenpolitische Sprecher seiner Fraktion fordert darum Innenminister Heribert Rech (CDU) auf, „über personelle Konsequenzen nachzudenken“. Die Fragen stellte Helmut Buchholz.Herr Gall, werfen Sie den Ermittlungsbehörden vor, die Öffentlichkeit bewusst getäuscht zu haben?
Reinhold Gall: Mir ist es wichtig zu trennen, zwischen dem LKA und der Polizei in Heilbronn. Es ist offensichtlich, dass Aussagen, die das LKA gegenüber dem Innenministerium, dem Minister und der Öffentlichkeit gemacht hat, nicht der Wahrheit entsprechen.
Welche Aussagen konkret?
Gall: Es wurde immer wieder hinterfragt, ob Verunreinigungen an den Wattestäbchen der Spurensicherer im Polizistenmordfall eine Rolle spielen könnten. Genau dies wurde vom LKA und dem Innenminister in Abrede gestellt.
Das LKA beteuert, zum frühstmöglichen Zeitpunkt die Öffentlichkeit informiert zu haben. Vorher habe es keine objektiven Befunde über Verunreinigungen an Wattestäbchen gegeben.
Gall: LKA-Leiter Hiller hat selbst zugegeben, dass er schon ein Jahr vor der Bekanntmachung, dass das Phantom ein Fehler bei der Spurensicherung war, Zweifel gehabt hatte. Noch wenige Tage vor der Pressekonferenz am 27. März, in der die Wattestäbchen-Panne publik wurde, hat Hiller uns gegenüber gesagt, es gebe keine Zweifel. Er hat also der Öffentlichkeit in der Region Heilbronn die Unwahrheit gesagt. Das hat zu einem hohen Maß an Verunsicherung geführt. Denn alle dachten, das Phantom existiert und ist weiter eine Bedrohung.
Die Ermittler haben stets beteuert, dass ihr Bauchgefühl schon lange Zweifel an den Wattestäbchen signalisierte. Das sei aber zu wenig gewesen, um an die Öffentlichkeit zu gehen.
Gall: Für mich ist entscheidend, was die Polizeispitze und die Verantwortlichen in der Polizei sagen. Und das ist das LKA, der Landespolizeipräsident und der Minister.
Was sollte die Konsequenz sein?
Gall: Ich habe den Eindruck, das LKA hat den Minister nicht richtig informiert. Er muss dafür sorgen, dass dies passiert. Im Klartext: Der Minister sollte über personelle Konsequenzen im LKA nachdenken.
15. Juli 2009
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