Erfolglose Waffensuche im Rhein (02.08.07)
Von Helmut Buchholz / stimme.de
Nach dem Polizistinnenmord in Heilbronn haben die Ermittler die Suche nach einer Pistole mit möglichen Gen-Spuren einer unbekannten Serientäterin im Rhein eingestellt. Auch in einem erneuten Anlauf am Donnerstag hätten die fünf Taucher die Waffe in dem Fluss bei Worms nicht entdeckt, sagte ein Polizeisprecher. Am Mittwoch war die Suche der Taucher bereits erfolglos geblieben. Eine erste Aktion war Mitte Juni abgebrochen worden, weil der Wasserstand zu hoch und die Strömung zu stark war.
Die Schusswaffe könnte der Soko „Parkplatz“ bei der Aufklärung des Heilbronner Polizistenmordes helfen. Denn an einem Projektil aus dieser Waffe fand sich die DNA-Spur jener mysteriösen Frau, die ihren genetischen Fingerabdruck auch am Streifenwagen hinterließ, in dem am 25. April zwei Polizisten auf der Heilbronner Theresienwiese in den Kopf geschossen wurde. „Wir hoffen, an der Tatwaffe Spuren zu finden, die uns wieder ein Stückchen weiterbringen“, erklärte Heilbronns Polizeisprecher Peter Lechner.
Die Wahrscheinlichkeit ist indes gering. Die Waffe liegt schon schon seit über zwei Jahren im Rhein, die starke Strömung könnte sie abgetrieben haben. „Außerdem sieht es auf dem Grund aus wie auf einem Schrottplatz“, sagte Karlheinz Trumm, der den Einsatz der fünfköpfigen Taucher-Mannschaft der Mainzer Bereitschaftspolizei leitete.
Die Waffe war von dem Sinti-und-Roma-Clan-Mitglied Randolf W. in der Nähe des Touristenlokals Café Fürst ins Wasser geworfen worden, nachdem er damit Anfang Mai 2005 drei Schüsse auf seinen älteren Bruder abgegeben hatte. Der Grund: Familienstreitigkeiten über die Vorherrschaft in der in Deutschland weit verzweigten Sippe und über die Pflege des elterlichen Grabes.
Wie die DNA-Spur der Frau auf die Kugel gekommen ist, ist der Polizei genauso ein Rätsel wie die Tatsache, dass sie nur an einem und nicht an allen Projektilen zu finden war. Ob das unheimliche weibliche Phantom, das seit 1993 mit zahlreichen Straftaten und zwei weiteren Morden in Verbindung gebracht wird, die Waffe des jüngeren Bruders geladen hatte, wissen die Fahnder nicht. Der Mann wurde vom Landgericht Mainz wegen versuchten Totschlags zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt und hilft den Ermittlern trotz mehrerer Vernehmungen im Gefängnis nicht weiter. „Entweder will er nichts sagen oder er weiß wirklich nichts“, schlussfolgert Polizeisprecher Peter Lechner.
Auch das Umfeld von Randolf W. brachte die Soko in der Aufklärung des Polizistenmordes nicht weiter. Sie fand keine Verbindung zu dem Heilbronner Verbrechen. Selbst die Kugeln, die 2005 in Worms und vor drei Monaten in Heilbronn abgeschossen wurden, passen nicht zueinander. So fehlen den Fahndern in diesem Puzzle also immer noch zu viele Teilchen, um der Serientäterin ein Gesicht, geschweige denn einen Namen geben zu können. Obwohl sich ihre genetische Spur an mindestens 20 Tatorten in Deutschland, Österreich und Frankreich fand. „Die Suche ist zurzeit eine akribische Kleinarbeit, die Wormser Spur ist eines von vielen Teilen“, sagt Peter Lechner.
Bildergalerien zum Polizistenmord
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