Das Blut ist von einem Menschen (14.10.)

Von Franziska Feinäugle

Das Blut an der Kleidung des verhafteten Siegelsbacher Bäckermeisters und Jägers stammt von einem Menschen. Ist es sein eigenes? Ist es das Blut der erschossenen Frau oder eines der beiden Männer, die in der Siegelsbacher Sparkassenfiliale schwer verletzt wurden? Noch weiß man es nicht.

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Solche Diagramme erhalten die Experten vom Landeskriminalamt als Ergebnis einer DNA-Analyse. Von wem das Blut an der Kleidung des verhafteten Siegelsbacher Bäckers stammt, weiß man wohl nicht vor Freitag. lsw

"Ob es sich bei Blutspuren um Tier- oder Menschenblut handelt, kann schon mit Vortests geprüft werden", sagt Polizeisprecher Rainer Köller. "Alles andere dauert einfach länger als in den Spielfilmen im Fernsehen." Die Blutgruppe ist rasch bestimmt; dann aber muss die Blutprobe genetisch aufgeschlüsselt und mit dem Blut des Bäckers, dem Blut der getöteten 65-jährigen Hüffenhardterin, dem Blut ihres durch einen Schuss verletzten 66-jährigen Mannes und dem Blut des bewusstlos geschlagenen Bankangestellten verglichen werden.

Die Kripo rechnet laut Köller "nicht vor Freitag mit Ergebnissen". Die in der Wohnung des 46-jährigen Verhafteten sichergestellte Kleidung wird äußerst genau untersucht. Die Kriminalisten interessieren sich nicht nur für die Blutflecken, die laut Köller "mit bloßem Augen zu erkennen" sind.

Die Kleidung wird außerdem mikroskopisch begutachtet. Köller: "Man kann nicht ausschließen, dass noch andere Blutflecken auf der Kleidung waren und herausgewaschen wurden." Auch die Blutspuren überhaupt auf der Kleidung zu sichern, ist eine zeitaufwändige Angelegenheit.

Unterdessen sind die 20 Beamten der Sonderkommission "Siegelsbach" weiterhin fieberhaft damit beschäftigt, Spuren abzuklären, Hinweisen nachzugehen und Suchaktionen zu koordinieren. Weit mehr als 100 Spuren haben sie bislang zusammengetragen; viele Vernehmungen stehen noch aus. Ein Mann aus Bad Rappenau etwa sagte, er wisse etwas über die Tatwaffe; die Ermittler gehen dem Hinweis nach.

Die Pistole des Raubmörders fehlt noch immer. Allerdings entdeckten die Einsatzkräfte im Siegelsbacher Wald etwas anderes: eine relativ frische Feuerstelle. "Ob sie mit der Tat in Verbindung steht und der Täter hier Beweismittel vernichtet hat", ist laut Polizei "noch offen". Wann genau es dort gebrannt hat, lässt sich laut Polizeisprecher Köller "nicht auf den Tag genau bestimmen. Aber es wäre denkbar, dass es am Tag des Überfalls war." In der Feuerstelle wurden Papierreste und Asche sichergestellt, die von Stoff stammen könnte. Auch diese Spuren werden nun untersucht.

Ein Hubschrauber machte gestern Übersichtsaufnahmen von der Gegend rund um Siegelsbach. Auf ihnen hoffen die Ermittler zu erkennen, wo eventuell etwas versteckt oder vergraben sein könnte. Zum möglichen Verbleib des am Donnerstag geraubten fünfstelligen Betrages sagt die Polizei noch nicht viel. Polizeisprecher Peter Lechner: "Wir sind dabei, die Finanzsituation und den Geldfluss des Verhafteten zu überprüfen."

Der Bäckermeister und Hobby-Jäger - am Freitagabend unter dringendem Tatverdacht festgenommen, von dem niedergeschossenen 66-Jährigen als Täter identifiziert - sagt wie berichtet, er sei zur Tatzeit auf der Jagd gewesen.

14.10.2004

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