Mit Partyhits in Bulgarien punkten

Brackenheim  Ballermann-Feten und Après-Ski-Partys: Der Brackenheimer Tuba-Spieler Micha Kible ist bald jedes Wochenende im In- und Ausland auf Achse.

Von Rolf Muth

Mit Partyhits in Bulgarien punkten
Die blaue Tuba ist sein Markenzeichen: Micha Kible will in der Schlagerparty-Szene eine große Nummer werden. Foto: privat  

Die braune Perücke trägt er nicht mehr, die blaue Tuba als Markenzeichen ist geblieben: Über die Woche hinweg berät Micha Kible als solider Bankkaufmann seine Kundschaft in Brackenheim, an den Wochenenden ist der muntere 21-Jährige in Tanzpalästen auf Mallorca, bei Après-Ski-Partys in Österreich und Ballermann-Feten in ganz Deutschland angesagt. Oli P., HG Hüftgold und andere Stars der Szene hat er kennengelernt. "Und mit der Entwicklung und der Resonanz bei den Fans habe ich in diesem Ausmaß und Tempo nicht gerechnet."

Partyhits und Trinklieder

Vor einem Jahr hat sich der Blasmusiker entschlossen, diesen Weg zu gehen, Partyhits und Trinklieder zu intonieren. Oft ist er mit dem Reutlinger "Alm-Klausi" auf Achse. Etwa bei einer Wochenendtour ins Montafon, mit anschließender Station in Saarbrücken und Abschluss in Bad Saulgau. "Dabei haben wir freitags und samstags ganze 1400 Kilometer heruntergerissen."

Sein neuester Hit: ein Cover auf "Saufen, morgens, mittags, abends". Das Original des Künstlers "Ingo ohne Flamingo" wurde auf You-Tube und in sozialen Netzwerken millionenfach angeklickt.

Musikalische Bildung und Dirigentenschein

Dem jungen Mann aus der Heuss-Stadt fehlt es keineswegs an (musikalischer) Bildung. Das Fach-Abi hat er berufsbegleitend gemacht. Den sogenannten C-Schein also die Berechtigung selbst große Erwachsenenorchester dirigieren zu dürfen, hat er seit einem Jahr in der Tasche. Die Zeit dazu hat er jedoch nicht: Auftritte, Aufnahmen im Tonstudio, Videoclips sind für ihn wichtiger. Das Dirigat bei der Jugendkapelle Brackenheim hat er kürzlich in andere Hände gelegt. Bei der Nordheimer Jugend führt er noch den Taktstock. Das Amt des Sprechers im Verbandsjugendorchester des Blasmusikkreisverbandes Heilbronn hat er mittlerweile ebenfalls gesteckt. Den Posten hatte der zielstrebige Musiker mit Durchsetzungskraft schon mit 14 Jahren inne - immer respektiert auch von den Älteren.

Manche Kollegen im Verbandsjugendorchester tippen mit Blick auf Kibles Schlagerszene auch mal leicht an die Stirn. "Auch einige meiner Bekannten haben mein Engagement in diesem Bereich zunächst belächelt." Davon hat sich Kible aber zu keiner Zeit beirren lassen.

Inzwischen lacht keiner mehr. Für Kible ist die Reise in die Schlagerwelt reines Kalkül: Die sogenannte Fanbase solcher einfach gestrickter "Musikliteratur" ist riesig. Der Markt gewaltig.

Mit "Ingo ohne Flamingo" auf der Bühne

Kible will sich davon eine ordentliche Portion abschneiden. "Ingo ohne Flamingo", der sein Gesicht unter einer Entenhaube verbirgt, habe mit seinem Hit in den iTunes-Schlager-Charts zwischendurch selbst Helene Fischer vom Spitzenplatz eins verdrängt. Kibles Coverversion und den dazu in Brackenheim gedrehten Videoclip findet der Berliner klasse. Dem jungen Kollegen hat er angeboten, mit seiner blauen Tuba bei zwei Auftritten dabei zu sein. Kible: "Das ist für mich eine starke Sache."

 

 

Kibles Fangemeinde wächst, findet den im Januar online gestellten Dreh toll, der in dieser kurzen Zeit bald 200 000 Mal angeklickt wurde. An Bulgariens Goldstrand, genauer in Warna am Schwarzen Meer, wohin es einen Teil der auf Mallorca unbeliebt gewordenen Szene hinzieht, will er frühzeitig Fuß fassen. "Eines der nächsten Highlights wird definitiv meine neue Sommer-Single. In der wird es um die Tuba gehen, die mächtig Krach macht."

Den Impuls, diesen musikalischen Weg zu gehen, gab Kible 2017 ein bundesweiter Contest. Mit seinem Lied "Lasst uns einen heben" schaffte er es zum Finale nach Mallorca. Heute ist er reifer, professioneller: Das Lied von damals will er als Remix neu beleben - aufgenommen in einem professionellen Tonstudio in Köln.

Clips im Netz

Weitere Infos und Clips gibt es im Internet: www.facebook.com/MichaRampe und auf Youtube