Bönnigheimer wählen Albrecht Dautel zum Bürgermeister

Bönnigheim  Der 42-Jährige setzte sich mit 96,5 Prozent der Stimmen gegen die beiden Mitbewerber und Dauerkandidaten Ulrich Raisch (0,7 Prozent) und Friedhild Miller (1,2 Prozent) durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 37,4 Prozent.

Von Friedhelm Römer

Albrecht Dautel heißt der neue Bürgermeister von Bönnigheim. Der 42-jährige, bisherige Rathauschef von Walheim setzte sich am Sonntag mit klarem Vorsprung gegen die beiden Mitbewerber und Dauerkandidaten Ulrich Raisch (0,7 Prozent) und Friedhild Miller (1,2 Prozent) durch. Dautel erhielt 96,5 Prozent.

Insgesamt 6036 Stimmberechtigte waren zum Urnengang aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei 37,4 Prozent. Der bisherige Bürgermeister Kornelius Bamberger, der sich im Juli aus seinem Amt verabschiedet, kandidierte nicht mehr.

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So lief der Wahlsonntag:

So optimistisch wie Albrecht Hamm ist kaum jemand. „Eine Wahlbeteiligung von 60 Prozent wäre toll“, sagt er, nachdem er am Sonntagvormittag sein Kreuz gemacht hat und der Wahlschein durch den Schlitz in der Urne verschwunden ist. Für Manfred Schmälzle, der den Wahlvorstand im Foyer des Schulzentrums leitet, wären 30 Prozent bereits ein Erfolg.

Denn der Sieger bei der Bürgermeisterwahl in Bönnigheim gilt von vornherein als ausgemacht. Amtsinhaber Kornelius Bamberger hört auf, und Albrecht Dautel, Bürgermeister in Walheim, ist der einzige ernstzunehmende Kandidat. „Für den Kandidaten ist es nicht besonders schön, wenn nur 20 Prozent der Bürger ihre Stimme abgeben“, sagt Schmälzle, der sich gerne an eine hohe Wahlbeteiligung vor 16 Jahren erinnert, als es „noch drei echte Kandidaten gab“.

Schleppender Vormittag

Die Wahlbeteiligung lässt am späten Vormittag noch zu wünschen übrig: Im Rathaus und in den beiden Wahllokalen im Schulzentrum haben die ehrenamtlichen Mitarbeiter jeweils zwischen 50 und 60 Wähler registriert. Stimmberechtigt sind dort zwischen 1000 und 1800. Doch die Urnengänger sind sich einig. „Eine Wahl ist für mich eine Selbstverständlichkeit“, sagt Sara Schreiber. Auch für Ingrid Schmitt ist klar: „Es ist Pflicht, dass man zur Wahl geht.“

Sie hat im Vorfeld nicht lange überlegen müssen, wem sie ihre Stimme geben wird: „Albrecht Dautel hat bei der offiziellen Kandidatenvorstellung ein super Statement abgegeben. Ulrich Raisch dagegen hat nur vom Musikkindergarten gesprochen. Das war eine Katastrophe.“ Und Dautel habe Verwaltungsarbeit von der Pike auf gelernt und in Walheim positiv gewirkt. „Wir hatten ja keine echte Wahl. Ich habe aber das Gefühl, dass Albrecht Dautel der richtige ist“, glaubt Doris Hein. Und Angelika Fischer denkt, das „Ulrich Raisch wohl nicht der richtige ist“.

"Wir brauchen jemanden, der Ahnung von Verwaltung hat"

„Wir sind ja froh, dass wir überhaupt einen Kandidaten haben, der das kann“, meint Isolde Rothenburger. Und Edgar Stiritz ist überzeugt: „Wir brauchen jemanden, der von Verwaltung eine Ahnung hat und sich auch in der Kreistagsarbeit auskennt.“

Insgesamt sind 6035 Wähler aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Gute Laune herrscht an diesem sonnigen Sonntag im Rathaus. „Die Tatsache, dass wir auch heute Abend hier sein dürfen, stimmt uns alle fröhlich“, sagt Birgit Papendorf. Sie ist eine von rund 70 Helfern in den insgesamt sechs Wahllokalen, die in zwei Schichten arbeiten und am Abend bei der Auszählung erneut gefordert sind. Für viele Helfer zählen Wahlen bereits zur Routine. Für Nathalia Semmler nicht. Die frischgebackene Verwaltungsangestellte absolviert mit der Vorbereitung und Durchführung Bürgermeisterwahl ihr erstes großes Projekt.

Für Birgit Brosi, die am Sonntagvormittag „noch vor dem Ansturm“ ihre Stimme abgibt, ist die Entscheidung eine klare Sache: „Ich finde es schade, dass nur ein ernsthafter Kandidat angetreten ist. Aber hoffentlich haben wir einen, der weiß, was er macht.“

Agil Hier und da üben Bürger Kritik am bisherigen Rathauschef Kornelius Bamberger. Zum Beispiel Isolde Rothenburger: „Wir wünschen uns, dass der neue Bürgermeister agiler ist als der bisherige.“