Miteinander lernen und sich begegnen

Integrative Kurse zwischen der Volkshochschule und der Stiftung Lichtenstern

Von Margit Stöhr-Michalsky

Miteinander lernen und sich begegnen
Das Gitarrenensemble der VHS und die Trommelgruppe der Stiftung Lichtenstern begleiteten gemeinsam die Feier. Foto: Margit Stöhr-Michalsky

Löwenstein - Seit zehn Jahren bestehen integrative Kurse für Menschen mit und ohne Behinderung zwischen der Volkshochschule Unterland und der evangelischen Stiftung Lichtenstern. Zur Feier in der Aula der Stiftung schrieben die Organisatoren Kursteilnehmer aus diesem Zeitraum an. Doch nur wenige kamen zu den Stiftungsbewohnern.

Rückblick Mit dem Bildungsmotto "Sich ein Bild von der Welt machen" gaben die Leiterin der VHS-Außenstelle Löwenstein Doris Hörger und die Mitarbeiterin für Freizeit und Bildung der Stiftung Edeltraud Kraus-Kästle einen Rückblick. "Vom Schaf zur Wolle" hieß vor zehn Jahren ein Kurs, den die damalige VHS-Außenstellenleiterin Waltraud Franz anbot. Durch das erfahrbare Material "entwickelte sich die Idee, einen offenen Kurs auch für behinderte Menschen anzubieten", sagte Edeltraud Kraus-Kästle. Die Kurse wurden ein Erfolg. 109 Veranstaltungen mit 1000 Teilnehmern sind es in den zehn Jahren geworden. Backen, Kochen, Korbflechten, Filzen, Tanzen, Kunst und Gesundheit waren Bereiche, in denen miteinander kreativ gearbeitet und gelernt werden konnte. "Klostermauern haben sich geöffnet, auch eine Institution öffnete sich für die Begegnung", berichtete Doris Hörger. Sie gab einen Einblick in die verschiedenen integrativen Kursangebote. Schautafeln und handwerkliche Ergebnisse ergänzten die Eindrücke. "Unser Ziel ist dieselbe Qualität wie in jedem anderen Kurs, nur die Wege dorthin sind individuell", sagte die VHS-Leiterin. Dazu brauche es eine gute Vorbereitung und Abstimmung.

"Gemeinsame Kurse stärken die Zugehörigkeit und das Selbstvertrauen", bekräftigte Edeltraud Kraus-Kästle. Stiftungsleiterin Sybille Leiß stellte die drei Säulen für den Erfolg heraus: VHS, Stiftung und die Menschen, die die Kurse mit Leben füllten. VHS-Direktor Rainer Albrecht betonte die Pionierleistung der damaligen Idee. "Es ist wichtig, dass Menschen ohne Angst verschieden sein können." Es sei die Aufgabe der Institution für alle da zu sein. Die VHS Unterland bietet auch speziell Kurse für Behinderte an in Lauffen, Bad-Friedrichshall, Weinsberg, Obersulm und Nordheim.

Unterstützung Löwensteins Bürgermeister Klaus Schifferer gratulierte im Namen der Stadt. Er werde weiterhin integrative Aktivitäten unterstützen. Einen Beweis des Miteinanders stellte das Gitarrenensemble der VHS mit der Trommelgruppe der Stiftung Lichtenstern dar unter Leitung von Mechthild Hanxleden. Sie hatten sich für die Feier formiert und geübt. "Es war beeindruckend wie viel Freude die Bewohner bei der Sache hatten. Es war eine neue Erfahrung für mich", sagte Margarete Hartmaier vom Gitarren- ensemble.