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Gefangen von der Historie
Von unserer Mitarbeiterin Karin Freudenberger
Löwenstein - "Jemand hat Geschichte geschrieben": Dieser Spruch trifft auf Ulrich Maier im doppelten Sinne zu. Der im vergangenen Sommer pensionierte Pädagoge des Weinsberger Kerner-Gymnasiums hat sich auch deshalb einen Namen gemacht, weil er bereits zahlreiche Fachartikel zur Landesgeschichte sowie mehrere Bücher veröffentlicht hat.
Frühwerk Geboren wurde Maier in Karlsruhe. In Heilbronn wuchs er auf. Und schon damals begann die Liebe zum Schreiben. "Mit sechs Jahren habe ich mein erstes Buch mit dem Titel ,Die Geschichte vom Pflaumenmännchen’ geschrieben und illustriert", erzählt er. Nach dem Abitur folgte das Studium der Geschichte sowie Literatur- und Sprachwissenschaft. Bereits 1976 kam er nach dem Referendariat ans damalige Weinsberger Progymnasium. Mit Schuljahresbeginn 1984 wurde Maier Abteilungsleiter für Deutsch und Gesellschaftswissenschaften. Ganz wichtig war dem Pädagogen immer, dass sich Schüler Wettbewerben stellen und so ihr Profil und Weltbild erweitern.
Da musste Maier selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Seine große Liebe galt der Heimatgeschichte. Als Landeskundebeauftragter des Kultusministeriums in der Lehrerfortbildung und als Leiter des Arbeitskreises Landeskunde/Landesgeschichte im Regierungspräsidium setzte er Zeichen. Auf dem Landesbildungsserver im Bereich Geschichte finden sich zahlreiche Artikel Maiers von der Römerzeit über die Weibertreu-Sage und jüdische Historie bis zu Theodor Heuss. Interessant war für den heute 61-Jährigen, dass er Recherchen zur eigenen Literatur oft mit Projekten in der Schule verknüpfen konnte. Seine enge Verbindung zu Schülern brachte ihn dazu, zwei Jugendromane zu schreiben.
Bewegte sich sein erster Romanheld Till Tanner ausschließlich durch die Weinsberger Historie, so führt "Das Geheimnis der schwarzen Löwen" quer Beet durch die südwestdeutsche Geschichte. Bis das Grundgerüst für diesen Roman stand, war viel Detailrecherche nötig. Die fand aber nicht nur in Museen und Archiven statt, bestimmte Fragen überprüfte Maier vor Ort.
Buchprojekt Den umtriebigen Neurentner lässt die Geschichtsforschung nicht los. Sein nächstes Buchprojekt dreht sich um die Massenauswanderung aus Württemberg im 19. Jahrhundert. Und seine Aufmerksamkeit gilt dem Weinsberger Kernerverein, wo er im Ausschuss tätig ist und für zahlreiche Veröffentlichungen und Vorträge verantwortlich zeichnet.
Da bleibt wenig Zeit für Wandern, Radfahren, Schwimmen oder Aquarelle malen. Ihren Hauptwohnsitz hat Familie Maier mittlerweile nach Sipplingen verlegt, wo die malerische Aussicht auf den Bodensee Ulrich Maier weiter inspiriert.
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