Ein Bildungshaus für alle

Von unserem Redakteur Joachim Kinzinger

Ein Bildungshaus für alle
Das obere Stockwerk ist in Gellmersbach frei, im Erdgeschoss sind der städtische Kindergarten und der Lichtensterner Schulkindergarten.Foto: Joachim Kinzinger 

Weinsberg - Gemeinsam leben und lernen. Dies ist das Leitmotiv beim zukünftigen Bildungshaus für Kinder mit und ohne Handicap in Gellmersbach. Die Evangelische Stiftung Lichtenstern will zum Schuljahresbeginn 2012/2013 eine einzügige evangelische Grundschule im Weinsberger Teilort einrichten. Demnächst werden die Eltern von Kindergartenkindern über die Pläne informiert.

Idee Seit Sommer 2011 ist die Grundschule Gellmersbach wegen zu geringer Schülerzahlen geschlossen. Erstklässler gehen in die Rossäckerschule nach Weinsberg. Die ursprüngliche Idee, einen nahtlosen Übergang zur Privatschule im Herbst zu schaffen, ließ sich nicht verwirklichen. Beim Land stand der Anfang 2011 gestellte Antrag der Stiftung in der Warteschleife.

Vor wenigen Wochen gab das Kultusministerium grünes Licht (wir berichteten). Stiftungsleiterin Sybille Leiß freut sich: "Wir sind völlig begeistert von dieser Nachricht." Weinsbergs Bürgermeister Stefan Thoma sagt: "Jetzt ist die Anweisung an das Regierungspräsidium da."

Das Konzept des Bildungshauses stellt Thorsten Demmer, Schulleiter der Schule Lichtenstern, vor. 17 Grundschüler und fünf Kinder mit Behinderung sollen ab September die erste Klasse in Gellmersbach besuchen. Demmer: "Das ist der Idealfall." Sukzessive wird dann die einzügige Privatschule mit musikalischem Schwerpunkt aufgebaut.

Der Unterricht orientiert sich am pädagogischen Konzept von Maria Montessori. Aber: "Wir sind keine Montessori-Schule." Ganztagsunterricht und diakonisches Profil sind weitere Merkmale der privaten Grundschule. Es gibt Noten, auch Zeugnisse. Die geistig behinderten Kinder haben ihren eigenen Bildungsplan.

Die Privateinrichtung soll ein Lebens-, Lern- und Erfahrungsraum nicht nur für Grundschüler werden. Eine enge Verknüpfung zum vorschulischen Bereich ist geplant. Schließlich kooperieren seit 2008 der städtische Kindergarten in Gellmersbach mit derzeit 18 Mädchen und Jungen sowie der Lichtensterner Schulkindergarten, den fünf Kinder besuchen. Das seien ideale Voraussetzungen, findet Demmer. "Die Kindergartenkooperation läuft sehr gut", betont Bürgermeister Thoma.

"Jetzt wollen wir zur Tat schreiten und die Eltern informieren", mit diesen Worten weist Thorsten Demmer auf den Gesprächstermin für Erziehende und Interessenten am Dienstag, 14. Februar, um 19.30 Uhr im Schulgebäude in Gellmersbach hin. Schließlich gehören zum Einzugsgebiet nicht nur Weinsberg, sondern auch umliegende Kommunen.

Umbauten Für die Stadt geht es in den nächsten Wochen darum, die Verträge mit der Stiftung auszuarbeiten und die Umbauten rechtzeitig in die Wege zu leiten. Stefan Thoma legt Wert darauf, dass Gellmersbacher Kinder kein Schulgeld zahlen sollen, um die Akzeptanz im Teilort zu erhöhen.

Thorsten Demmer freut sich schon auf die Zusammenarbeit mit den Partnern − Musikschule Funtastico, Vereinen, Kirchengemeinde und Bürgern. Schließlich soll die neue Grundschuler als Bildungshaus auch in das Leben vor Ort hineinwirken.




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