Maienstreich mit politischem Hintergrund

Obersulm  Obersulm - Es war ein Maienscherz der gelungenen Art: Bisher unbekannte Zeitgenossen steckten mit rot-weißem Absperrband die gesamte, im Bebauungsplan ausgewiesene Trassenführung über Felder und Wiesen ab.

Von bif

Maienstreich mit politischem Hintergrund

Abgesteckt: Scherzbolde haben die Umgehungs-Trasse markiert.

Foto: privat

Nein, es waren über Nacht keine Landvermesser unterwegs. Nein, es geht nicht los mit der Ortsumgehung für Willsbach. Das jahrzehntelange Warten der Einwohner im Obersulmer Teilort hat immer noch kein Ende: Es war ein Maienscherz der gelungenen Art. Und sehr mühevoll und arbeitsintensiv.

Bisher unbekannte Zeitgenossen steckten mit rot-weißem Absperrband die gesamte, im Bebauungsplan ausgewiesene Trassenführung über Felder und Wiesen ab. Vom Ortsausgang aus Richtung Löwenstein vorbei an den Breitäckern über zwei Feldwege hinweg weiter am Rande der Wohngebiete Hofäcker- und Kirchäcker bis nach dem Ortsausgang Richtung Ellhofen.

 Originelle Idee

"Das war richtige Arbeit", sagt Bürgermeister Tilman Schmidt anerkennend, der sich gestern vor Ort ein Bild gemacht hat. Originell findet der Gemeindechef diese Art von Maienstreich mit politischem Hintergrund, hinter der er Befürworter der Ortsumgehung vermutet. Darauf lassen auch die zwei Schilder schließen: "Die BRD baut die Umgehung Willsbach - bloß wann?" und "Hauptsache, wir bezahlen brav die Steuern".

Die B39-Umgehung von Willsbach ist bislang noch nicht einmal im vordringlichen Bedarf enthalten. Das Land Baden-Württemberg will jedoch, dass dieses Millionen schwere Projekt in den Bundesverkehrswegeplan, der von 2015 bis 2030 reichen soll, vom Bund aufgenommen wird. bif