Gefunden: Windhund geht es gut

Weinsberg - Der ausgerissene Greyhound April ist zurück bei seiner Besitzerin. Hinter einem Holzhaufen ist die 5-jährige Windhunddame gelegen. Trotz der Strapazen der vergangenen Tage geht es April gut. Ein dickes Stück Fleisch gibt es erstmal trotzdem nicht.

Von Steffen Heizereder

Weinsberg - Erschöpft aber entspannt, liegt Windhunddame April im Kofferraum von Katharina Bergs Auto. Die Hundehalterin weicht nicht von der Seite der 5-jährigen Hündin.

Erschöpft, aber wohlauf. Greyhound-Hündin April wurde zur Mittagszeit gefunden und an Frauchen Katharina Berg übergeben. Foto: Steffen Heizereder

Greyhound April ist zurück. Sieben Tage suchte Besitzerin Katharina Berg nach ihrer Hündin. Foto: privat

Nach sieben quälend langen Tagen wurde der vermisste Greyhound, der am vergangenen Freitag beim Gassigehen nahe des Klinikums am Weißenhof ausgerissen ist, gefunden. Da April einen Maulkorb aufhatte konnte sie nichts fressen.

Mischkingshündin findet April

Kirsten Suckrau, die Vermieterin von Katharina Berg, war gerade mit ihrer Mischlingshündin Mani am Hüttberg in Weinsberg spazieren. An einem Holzstapel bleibt Mani stehen, schnüffelt intensiv. Dahinter entdeckt Suckrau das verschwundene Tier.

Mit aufgestellten Ohren habe April sie angeblickt, sagt die Eberstädterin. „Ich hatte tierische Angst, dass sie wieder wegläuft.“

Große Erleichterung

Tatsächlich trottet die Windhunddame erstmal weg. Suckrau läuft vorsichtig hinterher, ruft das Tier. „Nach dem 10 Mal rufen, kam sie auf mich zu.“ Die Erleichterung war groß, vor allem bei Katharina Berg, die mal übers ganze Gesicht strahlt, mal vor Freude den Tränen nahe ist. Tagelang hatte sie im Stadtseebachtal nach ihrem Hund gesucht und sogar in ihrem Auto übernachtet.

Nachdem April gefunden wurde, hat sie mit Wasser durchtränktes Futter bekommen. Zu viel dürfe sie jedoch nicht zu sich nehmen, meint Berg, da sie das Futter sonst nicht bei sich behalten würde.

Schrammen und wunde Füße

Ein paar Schrammen und wund gelaufene Füße hat April davongetragen. „Sie ist dünner, als je zuvor“, sagt Berg. Aber April lebt. Das ist alles, was für ihr Frauchen an diesem Tag zählt.

Der entscheidende Tipp, wo April sich befinden könnte, kam bereits am Vormittag von Rolf Ültzhöfer aus Ellhofen, der den Hund nahe des Weinsberger Freibades im Hüttberg gesehen hatte.

Spürhund unterwegs

Besitzerin Katharina Berg hat sich sofort auf den Weg zu der Stelle der Sichtung gemacht. Auch ein sogenannter Pet-Trailer, ein auf Haustiere spezialisierter Suchhund, war auf dem Weg nach Weinsberg, um nach dem Hund zu suchen. Dieser musste jedoch nicht mehr eingesetzt werden.

Spuren deuteten darauf hin, dass April auch einen Mülleimer in der Nähe des Freibades durchstöbert und versucht hat, Nahrung aufzunehmen, teilte Berg mit.

Im Auto übernachtet

Die Hundebesitzerin hat die vergangenen sieben Nächte in ihrem Auto verbracht, dass im idyllischen Stadtseebachtal südlich von Weinsberg steht. April lief am vergangenen Freitag lief beim Gassigehen weg.

Da Windhunde viel Bewegung brauchen, hat Berg die Hündin auf einem Wiesengrundstück beim Klinikum am Weißenhof frei laufen lassen. Zur Sicherheit hat Berg der an sich zurückhaltenden April einen Maulkorb angelegt. 

Feuerwehrfahrzeug und Schüsse

Ein vorbeifahrender Feuerwehrwagen erschreckte den Hund, wenig später seien Schüsse im nahegelegenen Schützenhaus gefallen. „April war in Panik“, sagt Frauchen Katharina Berg. Wenig später war die Hundedame auf und davon.

Berg informierte die nahe Autobahnpolizei und Tierkliniken in der Region. Etwa 30 freiwillige Helfer haben sich der Suche nach April angeschlossen. Pet-Trailer Hunde, die speziell für die Suche nach entlaufenen Haustieren ausgebildet wurden, haben Spuren von April gefunden, jedoch keine frischen.

Kein Körperfett

Besondere Eile ist wegen des Maulkorbes geboten, den April trägt. Fressen ist damit nicht möglich, trinken nur eingeschränkt. Zwei Mal sei die schwarze Hündin mit dem gelben Maulkorb bereits im Stadtseebachtal gesichtet worden, sagt Berg.

Ein Hund könne aber mitunter mehrere Wochen ohne Fressen überleben, sagt Franz Xaver Lutter von der Kleintierklinik in Heilbronn. Die Gefahr, dass April von einem Auto überfahren wird, sei weitaus höher, sagt der Tierarzt.

Katharina Berg gibt nicht auf. Sie wartet bei dem Wanderparkplatz weiter auf April. „Ich bleibe hier, bis ich sie wiederhabe.“
 


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