Wunsch nach mehr politischer Beteiligung

Von unserer Redakteurin Stefanie Sapara

Wunsch nach mehr politischer Beteiligung

A. Schraag

Foto: Sapara

 

Heilbronn - Zehn bis 20 Prozent der Bürger in Deutschland sollen sich langfristig registrieren und an Umfragen auf der neuen Plattform teilnehmen. Das ist das ambitionierte Ziel des Heilbronners Alexander Schraag (40). Gemeinsam mit seinem Bruder Andreas Schraag und Martin Bayreuther hat er www.volksabstimmung.de ins Leben gerufen. Seit Januar ist die Homepage online, ihr Name ist Programm: Deutschlandweit sind Bürger aufgerufen, online zu aktuellen politischen Umfragethemen abzustimmen.

Wichtig ist den Machern, Themen zu wählen, "die uns als Bürger etwas angehen, die uns bewegen". Dazu zählt Schraag Dinge wie ein NPD-Verbot, wo die Frage mitschwinge: "Fühle ich mich als Bürger bedroht oder nicht?" Auch zum Euro werden die Menschen befragt, zu überschuldeten EU-Staaten oder zur Atommüllendlagerung.

Facebook

Die Grundidee rührt von Anfang 2011, als in Ägypten tausende Menschen, animiert durch Aufrufe im sozialen Netzwerk Facebook, auf die Straße gingen, um gegen die Regierung zu protestieren. "Da hat man gesehen, was das Internet bewegen und vor allem, wie es positiv genutzt werden kann."

Menschenmassen will Alexander Schraag nicht auf die Straße bringen, ihnen dafür aber die Möglichkeit bieten, auf der neuen Plattform ihre Meinung zu äußern. Denn auch anlässlich der Volksabstimmung zu Stuttgart 21 entwickelten die drei parteilosen Männer den Wunsch, die Menschen mehr an politischen Entscheidungen zu beteiligen. Und zwar nicht immer durch teure Volksentscheide, sondern über das Massenmedium Internet.

Über die Plattform "können wir Tendenzen abfragen", sagt Alexander Schraag, der in Heilbronn eine Consulting-Firma betreibt. Die Ergebnisse der Umfragen werden auf der Homepage veröffentlicht. Im Idealfall sollen sie die Politik anstoßen, Entscheidungen beeinflussen, Diskussionen anregen, beziehungsweise zu einer besseren Aufklärungsarbeit durch die Politiker führen. Alexander Schraag ist sicher: "Wenn man die Masse wirken lässt, wird das auf die Politik mehr Einfluss haben, als eine einzelne Demonstration."

Jugend

Vor allem wünscht er sich, dass durch das prominente Medium Internet "speziell junge Menschen angeregt werden, sich so für Politik zu interessieren".

Wunsch nach mehr politischer Beteiligung
Nicht nur bei Wahlen soll sich die Bürgermeinung äußern.Foto: dpa 



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