Um die halbe Welt fürs Praktikum

Heilbronn - Eine Überraschung ist das ja nicht gerade: Auf die Frage, was ihnen in Deutschland am meisten aufgefallen ist, antworten Marialicia Izquierdo und José Andrade mit: „Pünktlichkeit“. Sehr korrekt nehme man hier seine Termine, ganz anders als in ihrer Heimat. Sechs Wochen lang machen die beiden 17-jährigen Schüler aus Ecuador ein Praktikum bei der Volksbank Heilbronn.

Von Werner Tewes

Heilbronn - Eine Überraschung ist das ja nicht gerade: Auf die Frage, was ihnen in Deutschland am meisten aufgefallen ist, antworten Marialicia Izquierdo und José Andrade mit: „Pünktlichkeit“. Sehr korrekt nehme man hier seine Termine, ganz anders als in ihrer Heimat. Sechs Wochen lang machen die beiden 17-jährigen Schüler aus Ecuador ein Praktikum bei der Volksbank Heilbronn. Zum einen, um Einblicke in die Berufswelt zu bekommen. Zum anderen aber auch, um eine andere Kultur kennenzulernen.

Einblicke Andrade und Izquierdo gehören zu den 40 Schülern der Deutschen Schule in Quito, die derzeit in ganz Deutschland in rund 30 verschiedenen Firmen Berufspraktika absolvieren. In Heilbronn ist neben der Volksbank etwa auch der Maschinenbauer Illig an der Aktion beteiligt. Vermittelt hat den Kontakt in die Käthchenstadt das katholische Bildungszentrum Heilbronn. Die Jugendlichen aus Lateinamerika wohnen bei Gastfamilien in der Umgebung und bekommen so auch Einblick in den privaten Alltag der Deutschen - wenn sie denn nicht gerade bei der Arbeit sind.

In den Beruf hineinschnuppern

Izquierdo und Andrade etwa erstellen Bilanzen, kümmern sich um die EDV, tüfteln Marketingstrategien aus. Mal am Hauptsitz der Volksbank in Heilbronn, mal in der Filiale in Neckarsulm. „Wichtig ist uns, dass sie in alle Bereiche der Bank hineinschnuppern“, sagt Personalleiter Sascha Straub. Die ganze Palette also. Auch Kundengespräche stehen auf dem Programm.

Dass es mit dem Deutsch an der einen oder anderen Stelle noch etwas hapert, sei kein Problem, schließlich stehe ein Betreuer immer zur Seite. Die Reaktionen der Kunden jedenfalls auf die beiden Nachwuchsbanker aus Ecuador seien bisher durchweg positiv, so Straubs Beobachtung.

Rundum zufrieden sind auch die beiden Praktikanten. Ihr erster Eindruck: Nett seien die Menschen hier. Andrade möchte später in Deutschland sogar ein Studium anfangen. Und trotz der Unterschiede zu seinem Heimatland: Mit der Pünktlichkeit hätten er und seine Mitpraktikantin Izquierdo bislang auch noch keine größeren Probleme gehabt, schmunzelt er.