Stadt verteidigt ihre Haltung zu Sperrbezirken

Von unserer Redakteurin Iris Baars-Werner

Heilbronn - Nicht nur über Spielhallen, auch über Prostitution werden sich demnächst die Heilbronner Stadträte ausführlich unterhalten. Nach Beschwerden aus der Mönchseestraße über ein Haus im Wohngebiet, in dem in mehreren Wohnungen Prostituierte arbeiteten, und der Berichterstattung derüber die Vorgänge, hat die Stadt nicht nur eine bordellartige Nutzung dieses Hauses untersagt. Bürgermeister Harry Mergel versprach dem Gemeinderat am Donnerstag nun auch eine umfassende Darstellung des Themas in einer Ratsvorlage.

"Wir haben es mit einem schwierigen Sachverhalt zu tun, da gibt es keine einfachen Lösungen", erklärte Ordnungsbürgermeister Mergel den Stadträten in ihrer Sitzung am Donnerstag. Keineswegs sei die Handhabung der Stadt gegenüber der Prostitution eine wie vorgeworfen zu laxe. Vielmehr verfolge die Verwaltung das Ziel, die Konzentration von Bordellen oder Wohnungen, in denen Frauen der Prostitution nachgehen, in sogenannten Rotlichtvierteln zu verhindern.

Am Dienstag hatte die Heilbronner Stimme berichtet, die Stadt schöpfe die vom Gesetz geschaffene Möglichkeit zur Beschränkung von Prostitution nicht aus. In Heilbronn wird in den Sperrbezirken lediglich Straßenprostitution verboten, nicht aber, dass Prostituierte in Privatwohnungen ihre Dienste anbieten. In anderen Städten ist in Sperrbezirken jegliche Prostitution untersagt.

"Sind wir lax? Dann sind es Stuttgart und Freiburg auch", sagte Mergel, denn die würden wie Heilbronn verfahren. "Und die Heidelberger wären Oberlaschis, denn die machen gar nichts." Den Beispielen der vermeintlich strengen Städte folge Heilbronn aus einem gravierenden Grund nicht: "Dort gibt es Rotlichtkonzentrationen in bestimmten Stadtteilen − das wollen wir nicht."

Bisher habe man mit der Regelung "keine Probleme" gehabt. Bei Beschwerden aus der Bevölkerung greife man baurechtlich ein − und sei mit Verboten bisher nie vor Gericht unterlegen. Auch der Hausbesitzer in der Mönchseestraße, eine Größe im Rotlichtmilieu, hat Beschwerde eingelegt.

Mehr Frauen

In 21 Wohnungen aufs Stadtgebiet verteilt gebe es Prostitution, präsentierte Mergel die Zahlen der Polizei. Elf davon lägen im Sperrbezirk. "Das bedeutet aber nicht, das es dort nur 21 Prostituierte gibt", klärte FWV-Stadtrat und Rechtsanwalt Malte Höch auf: Deren Zahl läge drei- bis viermal höher. Da finde ein regelrechter Tourismus mit wechselnden Frauen statt.




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