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Konzept für Heilbronner EM-Fandorf steht
Von unserem Redakteur Helmut Buchholz
Heilbronn - Es ist kalt im Unterland. Eisig kalt. Nichts erinnert an den Sommer. Doch die Organisatoren des Heilbronner Fandorfs zur Fußballeuropameisterschaft sind innerlich schon total auf ein neues Sommermärchen eingestellt. "Von mir aus könnten wir nächste Woche schon anfangen", sagte gestern Bernhard Winkler bei der Pressekonferenz zum Fandorf voller Ungeduld. Der Geschäftsführer der Heilbronn Marketing GmbH (HMG) stellte schon vier Monate vor dem EM-Eröffnungsspiel am 8. Juni das Konzept für die Großveranstaltung vor. Das nennt man wohl Vorfreude.
Rekordbesuch
Winkler erwartet an 19 Spieltagen bis zu 125.000 Fußballfans auf der Theresienwiese. Die Finanzierung steht, und alle Sponsoren sind fest angeheuert. Alles ist angerichtet, damit wieder die Massen vor die 25 Quadratmeter große Leinwand pilgern. Bis zu 28.000 Fans dürfen pro Spiel maximal auf den Festplatz. Damit stellt Heilbronn laut Veranstalter wieder das mit Abstand größte Public-Viewing-Ereignis in ganz Baden-Württemberg.
Der Rekordbesuch bei einem Spiel in den bisherigen Fandörfern auf der Theresienweise liegt bei 21.000 Zuschauern.
Winkler ist sich sicher, dass die Fans auch diesmal wieder bei freiem Eintritt vor den Riesenbildschirm strömen. "Dafür wird schon unsere Nationalmannschaft sorgen", sagte der Cheforganisator. "Wir erwarten von Jogis Jungs die Vorrunde plus zwei weitere Spiele." Dass es so kommt, da ist sich nicht nur Winkler sicher. "Wir werden Europameister", sagte Ralf Peter Beitner, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse, die das Fandorf als Sponsor präsentiert und Gastgeber der Pressekonferenz war.
Auch Frank Thomas Dietz, Marketingleiter von Hauptsponsor Hyundai, hatte keine Zweifel am Titelgewinn. "Davon bin ich fest überzeugt."
Falls es nicht so kommen sollte, wird das Fandorf aber kein Fiasko. Zumindest fiskalisch nicht. Denn die HMG, eine hundertprozentige Tochter der Kommune Heilbronn, durfte keine Steuergelder zur Finanzierung einsetzen. Wenn "Jogis Jungs" wider Erwarten früh aus dem Fußballturnier in der Ukraine und Polen ausscheiden, trägt die Veranstaltungs- und Technikagentur Triacs, die gleichzeitig Mitveranstalter des EM-Fandorfs ist, den Verlust. Das Unternehmen hat nicht nur das Risiko übernommen, sondern stellt auch die Leinwand und die Akustikanlage.
Etat
Geht die Rechnung so auf, wie sich das Winkler und die deutschen Fußballfans wünschen, dann kostet das Fandorf 225.000 Euro. Knapp die Hälfte davon fallen für die Sicherheitsmaßnahmen an, inklusive DRK, Feuerwehr und Lizengebühren an die Fußballverbände für die Fernsehrechte. Allein der private Securitydienst schlägt mit 50.000 Euro zu Buche. 175.000 Euro steuern die Sponsoren zum Etat bei, der Rest soll über die Pacht und Umsatzbeteiligung von den Ständebetreibern erwirtschaftet werden.
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