Klinikum am Gesundbrunnen: Operation Neubau

Heilbronn - 167 Millionen Euro werden zwischen der Saarlandstraße und dem ältesten Krankenhausgebäude am Heilbronner Gesundbrunnen, der HNO- und Augenklinik, bis Ende 2015 verbaut.

Von unserer Redakteurin Iris Baars-Werner

Operation Neubau
An der Saarlandstraße entsteht die neue Klinik. Rechts hinten die Frauen-, HNO- und Augenklinik, links die Personalwohnheime.Foto: Dennis Mugler

Heilbronn - Das Therapiebad ist geschlossen, der Patientengarten lädt nicht mehr zum Verweilen ein. Büsche und Bäume sind gerodet. Eine kahle Landschaft aus braunen Erdhügeln und einem kleinen Tümpel liegen zwischen der Saarlandstraße und dem ältesten Krankenhausgebäude am Heilbronner Gesundbrunnen. Maschinen haben eine breite Zufahrt plattgewalzt. Alle Zeichen stehen auf Baustart.

167 Millionen Euro werden am Heilbronner Gesundbrunnen in den vier Jahren bis Ende 2015 verbaut. Fast 90 Prozent der Krankenhausfunktionen entstehen im Auftrag der Stadt-Landkreis-Kliniken-GmbH (SLK) neu. In vier Wochen ist symbolischer Spatenstich.

Sieben Etagen

250 Meter breit und 80 Meter tief wird das neue Krankenhaus mit seinen untereinander verbundenen vier Gebäudefingern in den Hang gegraben, oberirdisch wird der Betrachter künftig fünf Stockwerke mit insgesamt 20 Metern Höhe wahrnehmen. In Wirklichkeit aber wird das Spital sieben Ebenen haben.

Die Technik ist im Keller vergraben. Darüber liegen unter anderem Küche, Personalspeisesaal, Zentralsterilisation und die Physiotherapie. Das erste oberirdische Stockwerk wird die zentralen Notaufnahmen beherbergen − das Nadelöhr der derzeitigen Gesundbrunnen-Klinik. Der Neubau wird auch eine neue Zufahrt für die Aufnahme der Notfallpatienten erhalten − mit problemloser Anfahrt der Rettungswagen von der Saarlandstraße aus. Weiter auf dieser Etage: Radiologie und zentrale Umkleiden.

Stockwerk vier ist die Erdgeschossebene für die Besucher des Klinikum, die wie bisher über den Eingang im Norden kommen. Neben den Abteilungen der inneren Medizin wird man hier ein Kopfzentrum schaffen mit HNO-, Augenklinik und Neurologie.

Die letzte, fünfte Ebene der Funktionsbereiche wird die zentralen Operationssäle aufnehmen sowie die Räume für kleinere Eingriffe und die Ambulanzen. Die Intensivstation wird auf 64 Betten ausgeweitet.

Architektonisch mit Fuge, optisch mit metallischer Fassade abgetrennt, werden die abschließenden zwei Stockwerke die Patientenzimmer aufnehmen. Insgesamt werden im Neubau 400 Betten untergebracht. Der Standard werden Zwei-Bett-Zimmer sein, in zwei Stationen wird es Einzelzimmer geben. 500 Betten bleiben vorerst im Altbau, davon allein 100 in der Kinderklinik. Zwischen diesem erst wenige Jahre alten Klinikteil und dem Neubau werden Entbindung, Geburtshilfe- Ambulanz und Onkologie neu geschaffen. Apotheke, Labor, Logistik und Verwaltung ziehen zunächst nicht in den Neubau ein. Wann der zweite Bauabschnitt am Gesundbrunnen kommt, ist noch offen − ebenso wie seine Finanzierung.

Pfahlgründung

In den kommenden Wochen müssen zunächst 200 000 Kubikmeter Erde ausgehoben werden. Dann folgt die Gründung mit etwa 400 Pfählen − der schwierige Baugrund in Hanglage macht es notwendig, das Haus auf Stelzen zu stellen. Im Oktober 2013 soll der Rohbau stehen. Dann beginnt der anspruchsvolle Teil: der Innenausbau der neuen Klinik mit hochtechnisierter Medizineinrichtung.