Kartierung für geschützten Vogel

Von unserer Mitarbeiterin Birgit Riecker

Kartierung für geschützten Vogel
In den Streuobstwiesen am Cleebronner Phillipsberg fühlt sich der Gartenrotschwanz wohl, weiß Dr. Wilhelm Stark. Er hat jetzt die Ergebnisse seiner Erhebung vom vergangenen Jahr vorgestellt.Foto: Birgit Riecker 

Zabergäu - An 34 Tagen jeweils drei Stunden lang war der Sprecher des BUND-Bezirksverbands Zabergäu, Dr. Wilhelm Stark, zwischen Anfang Mai und Ende Juni 2011 auf der Pirsch. Jetzt hat er seine Daten über den Gartenrotschwanz, den Vogel des Jahres 2011, gesichtet und ausgewertet.

Er schlich sich an, doch nicht etwa um zu jagen. Sein Revier war das Gebiet zwischen Haberschlacht und Hohenhaslach, Güglingen, Spielberg und Bönnigheim, Erligheim und Löchgau. In diesem elf auf sieben Kilometer großen Gebiet war der Vogelexperte auf der Suche. "Zwei- bis dreimal habe ich die besetzten Reviere aufgesucht, um den Besatz zu erfassen und etwaige Brut nachzuweisen", erzählt er. Seine Erhebung ist Teil einer umfassenden Kartierung, die als Grundlage für die Überwachung der weiteren Bestandsentwicklung dient.

Farbenprächtig "Der Gartenrotschwanz ist ein farbenprächtiger Singvogel, der bei uns vorwiegend extensiv genutzte Streuobstwiesen mit altem Baumbestand besiedelt. Denn dort findet er die benötigten Bruthöhlen", erklärt Stark, der auch Vorstandsmitglied im BUND-Regionalverband Heilbronn-Franken ist.

"Und der Vogel trägt seine Gesangsstrophe immer von einer hohen Sitzwarte aus vor. Da er sich so gerne selbst ins Rampenlicht stellt, ist er meist leicht zu finden." Problematisch ist nur, dass die alten Streuobstwiesen immer weniger werden.Daher hatte die Ornithologische Gesellschaft Baden-Württemberg (OGBW) in Kooperation mit dem Naturschutzbund und dem Dachverband Deutscher Avifaunisten auch zur landesweiten Erfassung aufgerufen. "Der Gartenrotschwanz ist in weiten Teilen Deutschlands selten geworden", stellten die Organisationen in ihrem Aufruf fest.

Baden-Württemberg komme eine große Verantwortung für den Erhalt des Gartenrotschwanzes zu, heißt es weiter. Denn rund 20 Prozent des deutschen Brutbestandes ist hier beheimatet. Ziel der Erfassung, so Stark, sei daher auch die Kenntnis über die Verbreitung, die Häufigkeit und die Ursachen für seinen Rückgang in den verschiedenen Naturräumen zu untersuchen.

Revierdichte "Die Fragestellung bei der Erfassung auf Probeflächen war: Welche Revierdichten erreichen Gartenrotschwänze aktuell in den unterschiedlichen Lebensraumtypen? Wie unterscheiden sich die Revierdichten regional und zwischen den Höhenlagen?", erläutert Stark weiter. Sein Ergebnis, das auch auf den Daten der Jahre 2006 bis 2008, die im Rahmen des Adebar-Brutvogel-Erhebung erfasst wurden, basiert: "Die Bestände stabilisieren sich auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, wobei eine doch erfreulich zunehmende Häufigkeit speziell in den extensiv genutzten und noch intakten Streuobstgebieten in Strombergnähe angetroffen wird." Als Negativbeispiel hat er den Blasenberg in Brackenheim-Meimsheim ausgemacht. Bevor dort ein Baugebiet entstand, brüteten drei Gartenrotschwanzpaare, jetzt ist es noch eines.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: In intakten Streuobstbereichen beim Tripsdriller Wildgehege und bei Freudental hat je ein Gartenrotschwanzpaar mehr gebrütet.

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