Heilbronner Kalistraße steht vor dem Aus

Heilbronn - Ganz im Zeichen der Bundesgartenschau steht bei der Bauverwaltung der Stadt Heilbronn das Jahr 2012. Zurzeit werden die Grundlagen für die Verkehrsführungen und Erschließungsvarianten für den Gemeinderat erarbeitet. Ein Knackpunkt ist die Kalistraße.

Von unserem Redakteur Joachim Friedl

Kalistraße steht vor dem Aus
Blick auf die Fügerstraße und Karl-Nägele Brücke. Sie sollen breiter werden, damit auf den Neubau der Kalistraße verzichtet werden kann. Am linken Gebäude soll die vordere Kante abgebrochen werden, damit Lkw die Kurve bekommen.Fotos (2): Mario Berger

Heilbronn - Ganz im Zeichen der Bundesgartenschau steht bei der Bauverwaltung der Stadt Heilbronn das Jahr 2012. Zurzeit werden, wie Bürgermeister Wilfried Hajek im Jahresgespräch mit der Heilbronner Stimme darlegte, die umfangreichen Grundlagen für die Verkehrsführungen und Erschließungsvarianten für den Gemeinderat erarbeitet. Im März sollen die Konzepte dem Gremium vorgestellt werden. Auf dem dann beschlossenen Konzept sollen Workshops mit Bürgern beginnen.

Umdenken

Ein Knackpunkt ist die Kalistraße. Die entscheidende Frage: Soll sie auf dem Areal des Heilbronner Innovationsparks Hip zwischen Europaplatz, Fügerstraße und Neckar für rund 16 Millionen Euro neu gebaut werden oder wird der Verkehr über die Fügerstraße geführt? "Die Verlegung der Kalistraße von ihrer jetzigen Trasse ist zwingend notwendig. Sowohl für die Bundesgartenschau als auch für den neuen Stadtteil Neckarbogen", erläutert Hajek die Situation. Nur dann könne ein eleganter Zugang zum Neckar geschaffen und Wohnqualität kreiert werden.

Die Fügerstraßen-Lösung hat für Hajek mehrere positive Wirkungen: geringere Kosten beim Straßenbau, Einnahmen durch den Verkauf städtischer Hip-Flächen, kein Turbo-Kreisel am Europaplatz und kein Zeitdruck bei der Verlagerung des Wasser- und Schifffahrtsamtes. Hajek sagt aber auch: "Verkehrstechnisch gesehen ist es die schlechteste Lösung. Hier geht es nur mit Abstrichen wie keine Radwege."

Bei diesem Projekt würde die Karl-Nägele-Brücke von drei auf vier Fahrbahnen verbreitert, indem die Gehwege herausgenommen werden. Die Geh- und Radwege werden bei dieser Variante außen an die Brücke angehängt. Ausgebaut würde auch die Fügerstraße.

Den Gedanken, den Verkehr über die Füger-/Weipertstraße zu führen, hatte ursprünglich die Bauverwaltung, hatte dann aber die Idee wieder verworfen. Die Argumente lauteten damals: Die Fügerstraße könne den Verkehr nicht aufnehmen und der Lkw-Verkehr habe Probleme beim Abbiegen nach rechts in die Weipertstraße. Mitte des vergangenen Jahres hatte dann die Grünen-Fraktion die Variante wieder aufgegriffen, ohne bei der Bauverwaltung Gehör zu finden. Beim Jahresgespräch sagte Hajek nun: "Der Oberbürgermeister hat uns nochmals den Auftrag gegeben, nach günstigeren Lösungen zu suchen."

Jetzt steht die Verwaltung in Verhandlungen mit dem Eigentümer des Gebäudes Fügerstraße 3. Dabei geht es darum, ob im Erd- und ersten Obergschoss des Hauses, dort, wo unter anderem der Sportartikler Adventure Company ansässig ist, ein Eck in das Gebäude geschnitten werden kann, damit Lkw nicht hängen bleiben.

Ein weiteres Sorgenkind ist die Kranenstraße. Gibt es einen Neubau, der Stand heute 23,8 Millionen Euro kosten würde? Bleibt die Straße wie sie ist oder wird sie zurückgebaut? Ein Rückbau kommt für Wilfried Hajek nicht in Betracht: "Das würde zum totalen Chaos in der Gerberstraße führen." Zum Status quo sagt der Baudezernent: "Der ist okay." Langfristig jedoch sei ein Neubau der Kranenstraße westlich des Experimenta-Parkhauses die richtige Entscheidung.

Die Heilbronner Stimme berichtet im Februar aus den vielfältigen Aufgabenbereichen der vier Dezernate der Stadtverwaltung. Heute dreht sich alles um das Thema Bauen und Planen.