Gegen Sodbrennen aktiv vorgehen

Von Angela Groß

Gegen Sodbrennen aktiv vorgehen
Von den Gästen, die am Dienstag zur Abendvorlesung kamen, nutzten einige die Chance, ihre Fragen im Vorfeld einzuschicken. Viele davon drehten sich um den Nutzen diverser Hausmittel. Wem sie helfen, der soll sie nehmen, sagte der Arzt.Foto: Dirks 
Heilbronn - Das Phänomen ist bekannt: Man hört eine Krankengeschichte, erfährt dies und das, und prompt stellt sich die Frage: "Habe ich das selbst?" Privatdozent Dr. Uwe Weickert kennt seine Pappenheimer und gibt vor Beginn der Vorlesung "Medizin hautnah" über Sodbrennen die Losung aus: "Lassen Sie uns auf das Phänomen mit kritischer Distanz schauen."

Zum zweiten Abend der Veranstaltungsreihe von SLK-Kliniken, Heilbronner Stimme und der Kreissparkasse unter der KSK-Pyramide sind 400 Personen gekommen. Lassen sich informieren und unterhalten: die Mischung kommt an - es wird geklatscht und gelacht. Dem lebensnahen Vortrag des Chefarztes folgt die von der stellvertretenden Stimme-Chefredakteurin Iris Baars-Werner moderierte Fragerunde.

Lokalisation


"Wiieso? Weshalb? Warum? Nicht nur Kinder fragen so, sondern auch Journalisten", lässt sich Iris Baars-Werner den Sitz von Speiseröhre und Magen zeigen. Denn irgendwo dort, zwischen Magen und Mund, und auch im Brustkorb äußert sich das unangenehme Sodbrennen. "Manche Menschen haben förmlich das Gefühl, dass das Brennen aus dem Mund kommt. Aber jeder Patient empfindet das anders", sagt Weickert. Eine kleine Richtschnur: Wer mehr als zweimal in der Woche unter Sodbrennen leidet, fällt in der Statistik unter die Rubrik Erkrankung.

Was passiert beim sauren Aufstoßen eigentlich? Wenn Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt, funktioniert der untere Schließmuskel der Speiseröhre nicht mehr richtig. "Die Säure gehört in den Magen und nicht in die Speiseröhre. In diesem Fall ist der Verschluss nicht mehr so stark wie er sein muss", erklärt der Arzt. Dies kann mit einer Veranlagung zu tun haben, aber auch mit zu fettigem, zu süßem Essen, Alkohol- und Zigarettenkonsum. Wer zu dick ist, zu enge Hosen trägt, ist ebenfalls ein Kandidat.
Gegen Sodbrennen aktiv vorgehen
Dr. Uwe Weickert ist Klinikdirektor der Medizinischen Klinik II.Fotos: Dirks 

Für Menschen, die an einer behandlungsbedürftigen Refluxerkrankung leiden, gibt es aber auch Medikamente, etwa Protonenpumpenblocker. Im Zweifelsfall gilt: auf jeden Fall zum Arzt.

"Das ist kein Fachchinesisch hier, sondern wird allgemein verständlich rübergebracht", sagt Ina Linder. Die Obersulmerin registriert wohlwollend, dass die jüngere Generation von Chefärzten sich nicht mehr als "Halbgott in Weiß" präsentiere.

Die nächste Vorlesung findet am Dienstag, 26. Januar, um 19 Uhr statt. Professor Lutz Hesse, Direktor der Augenklinik am SLK-Klinikum in Heilbronn, spricht über das Thema "Bildstörung - wenn das Sehen schlechter wird". Nähere Informationen werden noch veröffentlicht.




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