Schon 129 Tonnen Treibgut aus dem Altneckar gebaggert

Heilbronn  Dicke Äste und andere Hochwasser-Spuren stapeln sich an manchen Stellen des Neckars in Heilbronn. Die Stadt will kommende Woche zur Kehrwoche schreiten.

Von Carsten Friese

 

Die heftigen Regenfälle und das Hochwasser der zurückliegenden Wochen haben im Heilbronner Altneckar Spuren hinterlassen. An einigen Hindernissen haben sich dicke Äste und braunes Geschwemmsel angelagert.

An der Götzenturmbrücke ragen am mittleren Brückenpfeiler mächtige Aste ein bis zwei Meter in die Luft; an einer Anlagestelle nahe des Theaterschiff-Liegeplatzes sammelt sich Treibgut in einer modrig-braunen Brühe am Neckarufer; und an der Wasserfontäne am Hagenbuchersee haben sich einige längere Äste in den Düsen verfangen.

Stadt hat für größte Fläche Unterhaltungspflicht

Die Frage eines Passanten ist berechtigt: Wer hat auf dem Altneckar in der Innenstadt eigentlich Kehrwoche und muss die Hinterlassenschaften beseitigen? Es geht ja auch um die Sicherheit für Bootsfahrer, die da unterwegs sind.

Am Altneckar vom Hochwasserabschluss am Wertwiesenpark bis zur Bleichinselbrücke/Hagenbuchersee hat die Stadt Heilbronn die Unterhaltungspflicht. Etwa vier Mal im Jahr und nach Bedarf werde der Neckar gereinigt, wenn der Normalwasserstand wieder erreicht ist, teilt Rathaussprecher Anton Knittel auf Anfrage mit. Die Strömung ist dann geringer.

Das Treibgut an der Götzenturmbrücke und an der Neckarfontäne soll kommende Woche entfernt werden, blickt er voraus. Mit Motorboot, Winde und Bagger wird das Schwemmgut aus den Neckar entfernt, das Holz wird zur Verwertung auf die Deponie gebracht. An den Bootsanlegestellen seien dagegen die Inhaber der Genehmigungen für das Entfernen des Materials verantwortlich.

Die größte Masse an Treibgut staut sich am Ende immer vor dem Wasserkraftwerk der Zeag. Hier ist am großen Rechen des Kraftwerks Endstation für das grobe Material, damit keine festen Stoffe in die Kraftwerksturbinen gelangen. Je nach Bedarf werde auch hier das Schwemmgut mit einem Bagger entfernt, erklärt Sprecherin Nadine Keller.

In den ersten sechs Wochen des neuen Jahres 2018 habe man bereits 129 Tonnen Treibgut herausgeholt. In zwei Hochwasserwellen sei "sehr viel" angekommen. Im gesamten Jahr 2017 waren es 180 Tonnen.

Bootsbesitzer warten nach Hochwasser erst einmal ab

Für Sportbootbesitzer ist Hochwasser mit Treibgut immer ein Risiko. "Dem, was man auf dem Wasser sieht, kann man noch ausweichen", sagt Thomas Hammann, Vorsitzender im Württembergischen Motorbootclub Heilbronn. Die größte Gefahr für die Boote seien unsichtbare Dinge unter Wasser wie Klappstühle, alte Fahrräder, Einkaufswagen oder Autofelgen. "Wir fahren deshalb nicht nach Hochwasser und beobachten alles erst einmal."

Zur Stadt Heilbronn habe man einen guten Kontakt. Wenn man dort Treibgut melde, "wird reagiert", lobt Hammann. Bis zum Saisonstart Ende März, ist er sicher, "ist die Schiffsstraße wieder geräumt".