Japanerin baut Hotel an der Neckartalstraße

Heilbronn  Überraschung in Heilbronn: Schon 2019 soll der Spaten für einen Hotelneubau am Nordende der Stadt bei der A6 angesetzt werden. Das 20-Millionen-Projekt am ehemaligen Tierheim setzt auf eine ansprechende Architektur.

Von Kilian Krauth

Japanerin baut Hotel an Neckartalstraße

Vor Jahren, als das Tierheim einen neuen Standort auf den Böllinger Höfen bekam, war dessen frei gewordenes Gelände am nördlichen Ende der Heilbronner Neckartalstraße noch in aller Munde. Zuletzt aber war es um die inzwischen frei geräumten 4411 Quadratmeter ruhig geworden. Pläne für eine Art Schnell-Imbiss mit Tankstelle zerschlugen sich.

Die Stadt schrieb das Grundstück deshalb nochmals aus - und siehe da: Am Freitagnachmittag stellten Baubürgermeister Wilfried Hajek und Planungsamtsleiter Christoph Böhmer nicht nur die Projektentwicklerin vor. Sie präsentierten gleichzeitig auch deren konkrete Pläne, die aus einem beschränkten Architekturwettbewerb hervorgegangen sind.

Projektentwickler mit Sitz Berlin

Japanerin baut Hotel an Neckartalstraße

Projektentwicklerin Asako Hirotani-Brendel und Bürgermeister Wilfried Hajek mit den vom Büro HMS Architekten (Ludwigsburg) entworfenen Hotelplänen. Foto: Dennis Mugler

 

Die in Tokyo geborene und über ein Studienstipendium in Freiburg nach Deutschland gekommene Projektentwicklerin Asako Hirotani-Brendel plant auf dem ehemaligen Tierheim-Areal ein Drei-Sterne-Hotel mit 130 Zimmern, inklusive Boarding-House, also mit 80 Appartements für Geschäftsreisende oder Firmenkunden. 

Mit ihrer in Berlin ansässigen Firma habe sie in 20 Jahren schon etliche gewerbliche Immobilien projektiert und realisiert, darunter Hotelneubauten in Stuttgart, Hannover oder etwa Saarbrücken. An Heilbronn reize sie vor allem die starke Wirtschaftskraft. "Hier gibt es Industriezweige und eine Kapitaldecke, wie sie sonst nur in richtigen Großstädten zu finden ist", sagt die gebürtige Japanerin, die Heilbronn "in manchen Teilbereichen stärker als Frankfurt oder Berlin" einstuft. Zudem sei der Standort in Autobahnnähe und unweit des Gewerbegebietes Böllinger Höfe "fast ideal".

Bauarbeiten während der Buga

Die Projektkosten schätzt Asako Hirotani-Brendel auf mindestens 20 Millionen Euro. Sofern beim notwendigen Bebauungsplanverfahren alles glatt läuft, will sie bereits im Frühjahr 2019 den Spaten ansetzen und 18 bis maximal 24 Monate später die Einweihung feiern. Betreiber soll die Star Inn GmbH sein. Dass sich die Bauarbeiten mit der Bundesgartenschau überlappen ist für Hajek "in der dortigen Lage kein Problem". Auch die Tatsache, dass das Hotel nicht zur Buga fertig wird und damit die Hotelbetten-Knappheit von April bis Oktober 2019 nicht dämpfen kann, sei "von vornherein klar gewesen".

Sieger eines Architekturwettbewerbs

Am Freitag konzentrierten sich Hajek und Böhmer zusammen mit einer insgesamt zwölfköpfigen Jury, die unter Leitung von Norbert Rapp (Nürtingen/Karlsruhe) knapp neun Stunden tagte, ganz auf die Vorschläge dreier zum Wettbewerb geladener Büros; ein viertes hatte keine Pläne eingereicht. Zusammen auf Rang drei kamen die Architekten Marggraf (Esslingen) und Westphal und Partner (Paderborn).

Einstimmig den Zuschlag bekamen die HMS Architekten aus Ludwigsburg. Sie hätten nicht nur städtebaulich und architektonisch, sondern auch in funktionaler und wirtschaftlicher Hinsicht die beste Arbeit vorgelegt.

Markante Riegel entlang Neckartalstraße

Das 28,80 Meter hohe, 80 Meter lange und 16 Meter breite achtstöckige Gebäude steht parallel zur Neckartalstraße und ist in der Mitte, am Haupteingang, leicht abgeknickt. Der mit japanischen Zierkirschen und anderen Gehölzen begrünte große Vorplatz im Westen dient gleichzeitig als Parkplatz. "Mit seiner kompakten Kubatur sitzt das markante Gebäude gut in der Umgebung und strahlt", so Jurysprecher Rapp "eine gewisse Klarheit aus". Eine "hohe gestalterische Qualität" schreibt Hajek der Fassade zu, die in der Nacht "durch wechselnde Illumination eine zusätzliche Strahlkraft gewinnen" soll.