Großer Andrang bei Live–Nacht in Heilbronn

Heilbronn  Zwölf Bands in zwölf Kneipen: Die Heilbronner Innenstadt wurde am Samstagabend zur Bühne eines Musikfestivals. Dichtes Gedränge herrschte in den Bars, wo Bands wie Crazy Zoo oder Perfect Heat abrockten.

Von Helmut Buchholz

Die Party braucht keine lange Vorglühzeit, um richtig abzugehen. Schon kurz nach Beginn der 27. Live-Nacht kommt am Samstag nach 21 Uhr Bewegung in die Heilbronner Innenstadt. In zwölf Bars und Kneipen spielen zwölf Bands. Der Besucher zahlt nur einmal Eintritt und kann dann alle Konzerte besuchen. So wird die ganze City zur Bühne für ein Musikfestival der besonderen Art. Kneipenhopping nennt man das.

Im Wilma Wunder geben The Ponycars alles. Die Rock"n-Roll-Kapelle heizt mächtig ein. Das ist der Rhythmus, bei dem jeder mit muss. Maximilian Peters ist extra aus Frankfurt zur Live-Nacht gekommen. "Die Band gefällt mir echt gut", sagt der 26-Jährige, der in der Region geboren wurde. Die Live-Nacht gefällt ihm ebenso. "Das belebt die Innenstadt, das Programm ist sehr abwechslungsreich."

Piazza-Flair in der Fußgängerzone

Dichtes Gedränge herrscht im Alex im K 3. Die Band Crazy Zoo ist bei der Live-Nacht schon Stammgast. Auf der Terrasse der Gaststätte sind zwar noch die Heizstrahler an. Aber das ist eigentlich gar nicht nötig. Die milden Temperaturen und das Musikfestival locken jede Menge Publikum an.

Am späten Abend herrscht in der Sülmerstraße fast so viel Betrieb wie zu besten Einkaufszeiten. Menschen in kurzen Hosen und T-Shirts flanieren durch die Fußgängerzone. Das hat schon fast etwas von italienischem Piazza-Flair. Uwe Wagner tritt aus dem Alex ins Freie. "Die Band ist toll. Mir ist es aber zu voll", sagt der 53-Jährige, der mit seiner Frau zur Live-Nacht gekommen ist. Sie wohnen im Landkreis, sind das erste Mal dabei. "Sonst haben wir keine Zeit für sowas", sagt Uwe Wagner.

Friedliche Atmosphäre, auch wenn es eng wird

Etwas ruhiger lässt sich das Musikfestival beim Stadtfischer in der Unteren Neckarstraße an. Das Restaurant war lange nicht bei der Live-Nacht dabei. Gastronom Köksal Kilic findet die Veranstaltung gut. "Die Live-Nacht gehört einfach zur Ausgehkultur in Heilbronn. Es sind viele Menschen unterwegs, man fühlt sich so auch sicherer." Der Konzertmarathon strahlt eine fröhliche, friedliche Stimmung aus. Auch wenn"s mal eng wird. "Manche Kneipen hatten wegen Überfüllung zeitweise Einlassstopp", sagt Ingo Eckert, Geschäftsführer vom Veranstalter City Event.

Die Gaststätte Wohnzimmer hat sich gar nicht offiziell als Location beteiligt. Egal. Mehrere Frauen tanzen trotzdem zu "Atemlos" in der Gaststätte. Das Festival bringt die ganze Gastro-Szene in Schwung. Im Mangold im Marra-Haus ist die Hütte brechend voll. Perfect Heat spielt auf. "Die Bands, die diesmal dabei sind, sind ziemlich gut", berichtet Petra Schidlitzki, die mit ihrer Freundin Tanja Kleiner unterwegs ist. Beide waren schon öfter bei der Live-Nacht dabei. Ihre Taktik bei dem großen Konzertangebot: einfach treiben lassen.

 

Fazit:

Das Format Live-Nacht ist keine Heilbronner Erfindung. "Die Live-Nacht gibt es schon seit 35 Jahren in vielen Städten", erklärt Ingo Eckert, Geschäftsführer der Eventagentur City Event. Er ist zufrieden mit der 27. Auflage der Veranstaltung in Heilbronn. "Die Stadt war mit Leuten voll." Auffallend war das gemischte Publikum. Sowohl ältere Semester als auch Jüngere machen beim Kneipenhopping mit. Für Eckert keine Überraschung: "Das Freizeitverhalten der Leute hat sich verändert. 70-Jährige gehen heutzutage zu Rolling-Stones-Konzerten."