100 Parkplätze fallen Busbahnhof zum Opfer

Heilbronn  Der Baustart für den Zentralen Omnibusbahnhof beim Heilbronner Hauptbahnhof wird im Herbst sein. Noch vor der Bundesgartenschau 2019 soll die Einweihung sein.

Von Joachim Friedl

100 Parkplätze fallen Busbahnhof zum Opfer

Mit dem Bau des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) beim Heilbronner Hauptbahnhof wird im Herbst 2018 begonnen. Allerdings entsteht entlang der westlichen Bahnhofstraße keine komfortable Verkehrs-Infrastruktureinrichtung, sondern nur ein Provisorium. Die Verwaltung spricht von einer Zwischenlösung.

Die Kosten von rund 690.000 Euro sowie die Planung billigten am Dienstag die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses des Gemeinderats einstimmig.

Anwohner werden rechtzeitig informiert

Bis zur Eröffnung der Bundesgartenschau am 17. April 2019 soll der Busbahnhof fertig sein. Zum Zeitplan sagte Baubürgermeister Wilfried Hajek: "Der ist sehr sportlich." Die betroffenen Anlieger sollen, wie die Verwaltung betonte, rechtzeitig vor Baubeginn über das Vorhaben und über den Wegfall von Parkplätzen in diesem Bahnhofsbereich informiert werden.

Herzstück wird die Mittelinsel

Der derzeit eingeschotterte Parkplatz zwischen der Bahnhofstraße und der Frankfurter Straße wird für nationale und internationale Fernbusse umgebaut. Entstehen wird eine vier Meter breite Mittelinsel mit sechs Haltepositionen. "Die sechs Positionen teilen sich in vier Halte- und zwei Wartebuchten auf", erklärte Markus Kunert vom Amt für Straßenwesen in der Sitzung. Diese Lösung sei aufgrund der beengten Verhältnisse am besten umsetzbar. An der Mittelinsel können dreiachsige Reisebusse mit einer Länge von 15 Metern halten.

Fußweg bleibt bestehen

Auf der Mittelinsel werden drei Fahrgaststände mit jeweils drei Sitzplätzen in einfacher Bauweise aufgestellt. Von der Bahnhofstraße führt über die Mittelinsel ein Blindenleitsystem zu den Buspositionen. Das Beleuchtungskonzept sieht vier Lichtmasten vor. Der Fußweg zwischen der Bahnhofstraße und der Frankfurter Straße bleibt bestehen.

Parkplätze werden zeitlich begrenzt

Von den derzeit rund 120 Pkw-Kurzzeitparkplätzen stehen auf dieser Fläche künftig nur noch etwa 20 zur Verfügung. "Sie werden zeitlich begrenzt und sind hauptsächlich dafür gedacht, dass ankommende Besucher bei kurzen Wegen von ihren Gastgebern abgeholt oder wieder zum Bus gebracht werden können", erläuterte Christiane Ehrhardt die neue Situation.

Ursprünglich war die Planung von etwa 50 Parkplätzen ausgegangen. Als alternative Parkmöglichkeiten nannte die Leiterin des städtischen Amts für Straßenwesen die beiden Experimenta-Parkhäuser an der Bahnhofstraße und die Stellflächen hinter der Post: "Parkplätze in Bahnhofsnähe gibt es genug."

Da sich auf der Fläche von 1897 bis 1966 das Straßenbahndepot der Verkehrsbetriebe befand, müssen vor Baubeginn die ehemaligen Wartungsgruben auf Altlasten untersucht und verfüllt werden.

Zufahrt zum Kontaktladen wird verlegt

Der regionale Busverkehr wird künftig komplett auf der westlichen Bahnhofstraße abgewickelt. Hierzu werden auf der südlichen Straßenseite (Fleischereinkauf) drei ausgebaute Haltepositionen für Busse entstehen. Sie werden nur mit Markierungen abgegrenzt und mit Haltestellenschildern gekennzeichnet. Ein Blindenleitsystem gibt es hier nicht. Die Zufahrt zum Kontaktladen wird um einige Meter verlegt.

Die Bus-Wendeschleife ist am Ende der Bahnhofstraße, kurz vor der Einmündung in die Frankfurter Straße, vorgesehen. Die Parkplätze entfallen. Pkw dürfen die Wendeschleife nicht befahren.