Neue Wege im Umgang mit Daten

Heilbronn  Heilbronn stellt sich in Sachen Open Data neu auf: Zukünftig sollen Bürger, Journalisten und Programmierer einfacher an städtische Daten kommen.

Von David Hilzendegen, stimme.de

In Freiburg gibt es bereits ein Parkleitsystem online. Die Daten dafür stellt die Stadt frei zur Verfügung. Foto Screenshot

Ohne Gegenstimmen wurde am vergangenen Donnerstag einem Antrag der SPD-Fraktion durch den Gemeinderat entsprochen. Die Genossen hatten einen offeneren Umgang mit städtischen Daten gefordert. Geplant ist ein zentraler Ansprechpartner für Bürger, Journalisten und Programmierer sowie eine neue Regelung, was die Herausgabe von Daten betrifft. Den kompletten Antrag können Sie hier einsehen.

Unter Open Data versteht man Informationen, die durch die Verwendung offener Nutzungsrechte von jedem frei verwendet, bearbeitet und verbreitet werden können. Ausgeschlossen sind personenbezogene Daten und Daten, die dem Datenschutz unterliegen. Open Data folgt der Maxime der Hackerethik: öffentliche Daten nützen, private Daten schützen.

Ein Parkleitsystem im Internet

Im Rathaus gelte es, den Beschluss jetzt zu verorten, sagt Stadtsprecher Christian Britzke. Das nächste Projekt soll ein Parkleitsystem sein, das über das Internet erreichbar sein wird. Ein ähnliches Projekt hat die Open-Data-Szene in Freiburg schon umgesetzt. Dort lässt sich im Browser oder über verschiedene Smartphone-Apps ermitteln, welche Parkhäuser in der Innenstadt noch frei sind. 

Im nächsten Schritt will sich Heilbronn am Open-Data-Portal des Landes beteiligen, bevor schließlich ein eigenes Portal online gehen soll. Britzke wirbt jedoch für Geduld, ein konkretes Datum will er nicht nennen. In Mannheim, das sehr viel offener mit seinen Daten umgeht als Heilbronn bisher, hat die Konzeption des eigenen Angebots ein gutes Jahr gedauert. 2015 ging Opendata Mannheim an den Start. Dort lassen sich zum Beispiel Daten zu Bevölkerung und Verkehr abrufen. 

Mehr Transparenz der Stadtverwaltung

Matthias Krebs vom Mannheimer Referat für strategische Stadtentwicklung versteht das Angebot als "ersten Schritt in Richtung digitaler Partizipation". Das Portal fördere die Transparenz der Stadtverwaltung, auch wenn die Zugriffszahlen bislang eher "mittelprächtig" seien. Alles deute jedoch darauf hin, dass sich nicht nur Programmierer und Journalisten über das Portal informieren, sondern auch Bürger, die beruflich nichts mit Daten und Code zu tun haben.

Heilbronn bietet bisher auf einem Geodatenportal ein paar wenige Daten zur Einsicht an. Es ist jedoch nicht möglich, die Daten herunterzuladen und weiterzuverarbeiten. Zudem war das Portal, das Ende 2015 online ging, von Anfang an technisch veraltet.