NSU-Ausschuss kommt schleppend voran - falscher Zeuge geladen

Stuttgart/Heilbronn  Der NSU-Ausschuss im Landtag untersucht weiter Beziehungen zwischen den rechtsextremen Szenen in Baden-Württemberg und den ostdeutschen Bundesländern. Auch ein Zeuge aus Heilbronn ist geladen.

Die Arbeit ging am Montag in Stuttgart aber zunächst nur schleppend voran. Den Auftakt machte ein Polizist, bei dem sich herausstellte, dass er für das Gremium der falsche Ansprechpartner war.

Namentliche Verwechslung sorgt für Panne

Ursprünglich wollte der Ausschuss einen Beamten befragen, der für das Bundeskriminalamt Mitglieder der rechten Szene vernommen hatte. Bei dem geladenen Zeugen handelte es sich aber um einen Landespolizisten, der nur einige Monate zum BKA abgeordnet und bei den Vernehmungen nicht federführend war. Ursache für die Panne bei der Ladung des Zeugen war eine namentliche Verwechslung.

Welche Verbindung hatte das Terrortrio nach Heilbronn?

Am Nachmittag wollte der Untersuchungsausschuss mehrere Zeugen befragen, die früher oder noch aktuell zu der rechtsextremen Szene in Stuttgart, Ludwigsburg und Heilbronn zugerechnet werden. Der Zeuge aus Heilbronn soll Ex-Pressesprecher der Jugendorganisation der NPD in der Käthchenstadt gewesen sein. 

Das Gremium will herausfinden, ob der rechtsterroristische „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) Helfer in Baden-Württemberg hatte. Bislang hat der Ausschuss hierfür keine Belege gefunden.

Der NSU ist nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft für zehn Morde zwischen 2000 und 2007 verantwortlich, darunter an der Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn. Das Trio hielt sich oft im Südwesten auf, so dass der Verdacht besteht, es könnte hier Unterstützer gehabt haben.