„Heilbronn ist ein Symbol der Hoffnung“

Radfahrer starten Kampagne für ein atomwaffenfreies Deutschland

Von Maria Theresia Heitlinger

„Heilbronn ist ein Symbol der Hoffnung“
In aller Herrgottsfrühe starteten am Samstag am Heilbronner Rathaus rund 50 Radfahrer zu einer Tour für ein atomwaffenfreies Deutschland.Foto: Heitlinger
Heilbronn - In den 80er Jahren waren auf der Heilbronner Waldheide us-amerikanische Truppen stationiert und Pershingraketen wurden gelagert. Heute ist das Fleckchen Erde am Rande der Stadt ein idyllisches Naherholungsgebiet, in dem sich Freizeitsportler tummeln und Schafe weiden. Diese Entwicklung ist für Ulrich Thiel beispielgebend. „Heilbronn ist ein Symbol der Hoffnung. Was hier möglich war, muss weltweit möglich sein“, meint der Sprecher der Deutschen Friedensgesellschaft. Deshalb war die Stadt am Neckar Ausgangspunkt für den dritten Pacemaker-Radmarathon, der sich für ein atomwaffenfreies Deutschland bis zum Jahr 2010 einsetzt. In aller Herrgottsfrühe, Punkt 5.45 Uhr am Samstagmorgen, starteten vom Heilbronner Rathausinnenhof aus rund 50 Radfahrer auf ihre 346 Kilometer lange Tagestour, die sie über Mannheim, Ramstein, Neustadt an der Weinstraße und Bretten nach Ludwigsburg führte.

Nach Angaben der deutschen Friedensbewegung lagern bundesweit noch immer 150 US-Atomwaffen an den Standorten Ramstein und Büchel. „Durch unseren Radmarathon wollen wir Druck auf die Politik ausüben. Jegliche Mitarbeit der Bundesregierung an der Einsatzplanung soll eingestellt, Flugzeuge, Soldaten und Stationierungsorte für den Einsatz von Atomwaffen nicht mehr zur Verfügung gestellt werden“, forderte Roland Blach, Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegner Baden-Württemberg.

Unterstützt wird die Friedensbewegung in Heilbronn von Kulturbürgermeister Harry Mergel. Er verwies in seiner Ansprache auf die Geschichtsträchtigkeit des Rathausinnenhofs, wo in der Ehrenhalle die Erinnerung an die fürchterliche Zerstörung Heilbronns in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs wach gehalten wird. Mergels Grußwort endete mit einem Bekenntnis zur Friedenbewegung:.„Ihr Anliegen, für eine friedliche und gerechte Welt ohne Atomwaffen - auch im Sinne unserer Kinder - einzutreten, kann ich nur unterstreichen“, sagte Mergel und kündigte an, der Bewegung „Bürgermeister für den Frieden - mayors for Peace“ beizutreten.

Die 346 Kilometer lange Radtour verlangt einiges an Kondition. Daher war vor dem Start im Heilbronner Innenhof zunächst einmal gefrühstückt worden.

Am 6. August 1945 wurde über der japanischen Stadt Hiroshima erstmals eine Atombombe gezündet. Hunderttausende von Menschen verloren dadurch ihr Leben. Die Friedensbewegung ruft anlässlich dieses Ereignisses am heutigen Montag, 6. August, 18 Uhr, auf dem Heilbronner Kiliansplatz zu einer Mahnwache auf.