Kölle Zoo entschuldigt sich bei Studentin

Von Carsten Friese

Überrascht von der großen Unterstützung: Studentin Melanie Hallass. Foto: Friese

Heilbronn - Ein Unternehmen sagt „sorry“. Nach unserem Bericht über die 25-jährige Studentin, die im Heilbronner Kölle Zoo wegen ihrer Rastalocken einen Job als Aushilfskassiererin nicht wie vereinbart antreten durfte, hat die Kölle-Zoo-Zentrale in Korntal-Münchingen reagiert. „Wir haben uns bei der Frau entschuldigt und ihr angeboten, dass sie selbstverständlich bei uns arbeiten kann. Es tut uns leid, was passiert ist“, sagte Prokurist Jürgen Folz am Mittwoch auf Nachfrage.

Wie berichtet hatte der Heilbronner Betriebsleiter die Studentin mit der Begründung wieder nach Hause geschickt, dass ihre Haare für die Kunden „unzumutbar“ seien. Der Filialchef habe eigenmächtig gehandelt, betont Folz. „Solch eine Anweisung gibt es bei uns nicht.“ Die Mitarbeiter sollten gepflegt und freundlich sein. Die Art der Frisur sei jedoch kein Kriterium. „Wir wollen eine offene, tolerante Atmosphäre.“


Nachdenken

Melanie Hallass war vom Anruf aus der Kölle-Zoo-Zentrale positiv überrascht. „Das hätte ich nicht erwartet.“ Auch über die vielen Reaktionen hier auf stimme.de zu dem Fall, die für sie überwiegend positiv waren, staunte sie. „Dass der Fall solche Wellen schlägt, ist unglaublich. Ich wollte doch nur, dass der Betriebsleiter über sein Verhalten nachdenkt.“ Fast 70 Kommentare gingen bis Mittwochnachmittag ein. „Ihr habt mein Herz gerührt und mir viel Kraft gegeben“, schrieb die 25-Jährige öffentlich. Sie habe sich nicht aus verletzter Eitelkeit an die Heilbronner Stimme gewandt, sondern „für alle, die diskriminiert und erniedrigt werden und sich nicht an die Öffentlichkeit trauen“.

Der in den Leserreaktionen vielfach kritisierte Betriebsleiter hat ein paar Tage frei genommen. Er habe seinen Fehler eingesehen und brauche nach all den Reaktionen „ein bisschen Abstand“, sagte der Kölle-Zoo-Prokurist.

Rastalocken bleiben

Melanie Hallass hat die Entschuldigung der Zentrale akzeptiert. Ob sie auch das Jobangebot in einer der Filialen annimmt? „Ich überlege es mir“, sagte die Studentin des Fachs Soziale Arbeit am Mittwoch. Bei ihren Rastalocken, die sie seit zwölf Jahren trägt, braucht sie keine Bedenkzeit. „Sie bleiben so, wie sie sind“.

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