Wie es funktioneren kann, Frieden zu stiften

Heilbronn - Eineinterreligiöse Ortsgruppe des weltweiten Netzwerks "Religions for Peace" gibt es jetzt auch in Heilbronn. Gruppe will künftig zu Aktuellem wie dem geplanten Moscheebau Stellung beziehen.

Von unserer Redakteurin Franziska Feinäugle

Wie es funktioneren kann, Frieden zu stiften

Avital Toren von der jüdischen Gemeinde Heilbronn trägt sich als Mitglied ein. Im Hintergrund sind Muslime und Christen im lebhaften Gespräch.

Foto: Feinäugle

Heilbronn - Frieden ist ein großes Wort. Frieden stiften zu wollen, ein fast vermessen klingendes Anliegen. Und doch: Am Montagabend im Heilbronner Heinrich-Fries-Haus bekam man eine ganz konkrete Vorstellung davon, wie das funktionieren kann: Frieden zu stiften. Dort hat ein bunt gemischter interreligiöser Kreis eine Ortsgruppe des weltweiten Netzwerks "Religions for Peace" (RfP) gegründet, "Religionen für den Frieden". Es ist die 13. Ortsgruppe deutschlandweit.

Man braucht gar nicht bis in den Nahen Osten zu gehen, um auf Konflikte zu treffen, in denen sich Frieden stiften lässt: Der geplante Moscheebau der türkisch-islamischen Ditib-Gemeinde in der nördlichen Heilbronner Innenstadt fällt Pfarrerin Dr. Anna Christ-Friedrich sofort als Beispiel ein. Es tat ihr weh, als Stimmen laut wurden, die gegen den Moscheebau hetzten. "Da", sagt die Heilbronnerin, "können wir künftig gemeinsam Stellung nehmen."

Mutig widersprechen

Denn Frieden stiften, das kommt meistens viel unscheinbarer daher als Kriege anzetteln: Frieden stiften kann heißen, rechtzeitig das Wort zu ergreifen, mutig zu widersprechen, einander ausdrücklich öffentlich in Schutz zu nehmen - gerade in einer Gesellschaft, die so vielfältig ist wie die von Heilbronn.

Unter den Gründungsmitgliedern der RfP-Ortsgruppe sind jüdische, christliche, muslimische, buddhistische Gläubige und solche, die nicht weltreligiös gebunden sind. Zum Sprecher wurde der Katholik Norbert Hackmann gewählt, sein Stellvertreter ist der Muslim Abdulhamid Andreas Tittus, die Homepage entwirft der evangelische Pfarrer und Buddhist Ulrich Starke-Gerster.

Nun werden Ideen gesammelt, um, so Hackmann, "unser Anliegen in die Stadt hineinzutragen". Kontakt zur Gruppe gibt es unter der Telefonnummer 07131/89809-106.