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Veranstalter ziehen positive Bilanz zur Frisbee-WM
Von Stefanie Sapara
Heilbronn - Ob wohl schon jemals zuvor im Heilbronner Frankenstadion die kolumbianische Nationalhymne lief? Auch die deutsche erklingt am Samstagabend bei der großen Abschiedszeremonie der Junioren-Frisbee-WM – und die Jugend singt aus vollem Halse mit. Vor voll besetzten Zuschauerrängen feiern 800 Spieler ein wahrhaft rauschendes Fest. Wer am Ende gewonnen hatte, spielt eigentlich kaum eine Rolle – gefeiert wird gemeinsam.
Grund genug, für Turnierdirektor Peter Deißler, eine positive Bilanz zu ziehen. „Ich bin glücklich, dass alle so zufrieden sind.“ Er und 700 Helfer vor und hinter den Kulissen sorgten mit mehr als 4000 Arbeitsstunden dafür, dass im wahrsten Sinne alles rund lief. Immer wieder stürmen Spieler, Trainer und Helfer auf Deißler zu, nehmen ihn in den Arm, sagen vor allem eines: Danke. Denn ob bei dem riesigen Übernachtungscamp in der Gustav-von-Schmoller-Schule, bei den Spielen im Frankenstadion oder abends bei den Partys: Zwischenfälle gab es während der vergangenen Woche praktisch keine.
„Alles bestens“, lobt auch Frisbee-Spieler Mo Brucklacher aus Düsseldorf die WM. „Es ging fair zu, alles war perfekt organisiert, vor allem das Frühstück in der Schule war super.“ Deißler weiß, wie wichtig bei solchen Veranstaltungen die Mahlzeiten sind. „Eine gute Unterbringung mit ordentlichen Waschmöglichkeiten und dazu ein Top-Frühstück, das die Spieler für den Tag stärkt, das ist im Vorhinein schon die halbe Miete.“
Im Stadion schwenken die Jugendlichen aus 19 verschiedenen Nationen ihre Flaggen, tanzen auf dem Rasen, singen ihre Hymnen. Und obwohl die WM vorbei ist, fliegen immer noch die Frisbees durch die Luft. Für staunende Gesichter sorgt eine rasante Hunde-Frisbeeshow. Neben Trainern, Vereinsmitgliedern und mitgereisten Eltern der Teams, haben viele Gäste den Weg ins Stadion gefunden, insgesamt kamen in einer Woche mehr als 20.000 Besucher. Norma Nitsche aus Heilbronn schaute am Dienstag aus Interesse mit ihren Kindern vorbei. „Die Stimmung war so toll, dass wir jetzt jeden Tag hier waren.“
Stimmung und Atmosphäre lobt auch Volker Schlechter, Präsident des Deutschen Frisbeesport-Verbands. „Wir wollten das Beste für die Spieler versuchen, das ist uns glaube ich geglückt.“ Und: „Hier regierte eine gewaltige Fairness“, betont er. Als „sensationell“ beschreibt Stefan Hamann von der Eventagentur Hamann and Friends die Frisbee-Woche. „Jeden Abend fand hier eine große, friedliche Party statt, ich glaube, es gibt niemanden, der sich nicht mitreißen ließ.“
Riesenansturm auf die Trikots
Ein weißes Trikot aus Finnland, ein tiefblaues aus Großbritannien oder doch lieber ein knallrotes aus Belgien? Ein orientalischer Basar könnte kaum bunter und quirliger sein als das, was sich am Freitagabend in der Heilbronner Experimenta abspielte. In Scharen rücken die Spieler der Frisbee-Jnioren-WM zum Trikottausch an. Die einen begutachten kritisch die Farben, halten das Shirt an den Oberkörper. Ob das wohl passt? Die anderen wissen genau, was sie wollen. „Kanada“, sagt Alan Fitzpatrick aus Irland.
„Gegen die haben wir ein gutes Match gespielt.
„Der Trikottausch ist eine feste Institution“, erklärt Volker Schlechter, Präsident des Deutschen Frisbeesport-Verbandes. Man tauscht frisch gewaschene Shirts? „Nein“, sagt er lachend. Authentizität lautet das Motto.
Lewis Broad aus Australien war schon erfolgreich. In einem Deutschland-Trikot beobachtet er entspannt das bunte Treiben. Der 19-Jährige hat vor zwei Jahren in Kanada gegen das deutsche Team gespielt und Freunde gefunden. Klar, dass er es nun auf genau das Trikot abgesehen hatte. „Das ist einfach eine tolle Erinnerung.“ Schon gleiten seine Augen wieder suchend durch den Raum. Vorsichtshalber hat der Student noch ein zweites Trikot mitgebracht. So ein US-Shirt wäre ja auch nicht schlecht.
>>Alle weitere Infos zur Frisbee-WM unter www.stimmt.de/frisbee
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