Unbekannte sprühen antisemitischen Schriftzug

Heilbronn  In der Nacht auf Mittwoch hat ein Unbekannter in der Ludwigsburger Straße in Heilbronn-Böckingen den Schriftzug „Holocaust=Lüge“ mit schwarzer Farbe an eine Unterführung gesprüht. Das vermeldet das Netzwerk gegen Rechts. Der Polizei ist der Vorfall bekannt.

Von Adrian Hoffmann

Erst vor wenigen Tagen hatte die Heilbronner Polizei vermeldet, dass ein unbekannter Täter zwischen Ende April und Anfang Mai auf einem jüdischen Friedhof in Sontheim zehn Grab- und Gedenksteine beschädigt hat. Nach Einschätzung der Polizei wurden die Grabsteine vermutlich mit Fußtritten oder gewaltsam per Hand umgestoßen. Der Sachschaden beträgt 4000 Euro.

In einer Mitteilung des Heilbronner Netzwerkes gegen Rechts wird die stellvertretende Verdi-Geschäftsführerin Katharina Kaupp zitiert: "Dass es in Heilbronn innerhalb von zwei Wochen zu zwei antisemitischen Vorfällen kommt, ist alarmierend. Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, dass Neonazis und Holocaustleugner in unserer Stadt auf den Plan treten.“

In der aktuellen gesellschaftlichen Polarisierung fühlten sich auch in Heilbronn Rechte verschiedener Couleur im Aufwind, so Kaupp weiter. „Die Augen davor zu verschließen, bringt nichts.“

„Wachsamkeit ist angesagt“

Das sieht auch der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gemeinschaft Heilbronn-Unterland so, Bernd Sommer. Ohne „Hysterie“ sei festzustellen: „Wachsamkeit ist angesagt.“ Aggressiver Vandalismus auf einem jüdischen Friedhof und das Bestreiten der Schoa als Graffiti seien „exakt zwei Ereignisse zuviel“, schreibt er in einer Mitteilung.

In der Käthchenstadt, die vor der Schoa eines der lebendigsten Zentren jüdischen Lebens in Württemberg gewesen sei, habe Antisemitismus keinen Platz. „Nie wieder.“

 

Tweet vom Netzwerk gegen Rechts Heilbronn