Todi´s soll Gastronomie in Bewegung bringen

Von Bärbel Kistner

Todis
Bis zur Eröffnung am Donnerstag werden die Malerutensilien verschwunden sein. Todi's Heilbronn ist der dritte Standort von Julia und Tobias Meyer. Foto: Guido Sawatzki 
Heilbronn - Nach 40 Jahren Nutzung als Einzelhandelsstandort kehrt die Gastronomie an den Heilbronner Kiliansplatz zurück. Am kommenden Donnerstag eröffnet mit Todi’s ein neuer, regionaler Systemgastronom – dort, wo sich bis 1970 die Milchbar befand. Das Konzept des Neuen: regionale, vor allem schwäbische Klassiker mit der Schnelligkeit eines Imbiss und dem Service eines normalen Restaurants zu servieren.

Auf der Speisekarte stehen verschiedene Arten von Maultaschen, mit Fleisch oder vegetarisch, dazu Allgäuer Käsespätzle, Linsen mit Spätzle, Zwiebelrostbraten und paniertes Schnitzel. Currywurst und Pommes sind bei Todi’s ebenfalls im Angebot. 14 der Gerichte gibt es zum Mitnehmen, darunter eine „Handymaultasche“ für zwei Euro. Zum Frühstück gibt es Hefezopf, als Süßspeise Kaiserschmarrn mit Pflaumenkompott.


Bewegung

In Stuttgart hat Firmengründer Tobias Meyer 2006 seine erste Filiale eröffnet – und auch dort ist Todi’s in unmittelbarer Nachbarschaft zum Systemgastronomen Vapiano, der Ende des Jahre in der Heilbronner Kaiserstraße öffnen will. Beide zusammen werden nach Ansicht von Branchenkennern den Heilbronner Gastronomiemarkt mächtig in Bewegung bringen. Tobias Meyer ist sogar froh, dass mit Vapiano noch ein weiterer Vertreter der erfolgreichen Systemgastronomie nach Heilbronn kommt: „Das hebt das Niveau, derzeit gibt es hier in der Stadt viel Mittelmaß.“

Todi’s wird allein im Außenbereich 110 Sitzplätze an zwei Standorten bieten: direkt vor dem Eingang an der Fleiner Straße und auf dem Kiliansplatz neben dem Komödiantenbrunnen. Im Innern finden weitere 80 Gäste an großzügigen Esstischen und auf langen Holzbänken aus massiver Eiche Platz. Spätestens zehn Minuten nach dem Bezahlen an der Theke soll der Gast sein Essen an den Tisch gebracht bekommen.

Wer es noch eiliger hat, kann an großen Eichenholzquadern im Stehen essen. Kleine Einzeltische, das war einmal. Nebeneinandersitzen heißt der Trend, den auch Todi’s praktiziert. „Entgegen vieler Unkenrufe funktioniert das bestens“, ist die Erfahrung von Meyer aus Stuttgart.


Investition

Mit dem Schwerpunkt auf Regionalität will der Jungunternehmer die Sehnsucht nach Großmutters Küche befriedigen. Gerichte wie Linsen und Spätzle stehen aus seiner Sicht für Heimat und Erdverbundenheit. Als Systemgastronom schaffe er durch gleichbleibende Qualität Verlässlichkeit. Maultaschen werden nach eigenen Rezepten bei der Freiberger Metzgerei Schneider hergestellt. Die Bratwurst kommt per Kühlspedition aus Bochum. Auch Kölsch vom Fass gibt es.

400.000 Euro hat der 37-Jährige in Heilbronn investiert, die Stadt stand wegen des großen Einzugsgebiets seit langem auf der Wunschliste. In Ludwigsburg gibt es einen Todi’s „To go“ – einer der wenigen Anglizismen, die Meyer toleriert. Das Rätsel um den Firmennamen führt in Meyers Kindheit: Seine Schwester konnte Tobias nicht sagen und nannte ihn Todi.


Hintergrund: Systemgastronomie

Im Gegensatz zur klassischen Gastronomie gibt es bei der Systemgastronomie standardisierte, einheitliche Organisationsstrukturen, die für mehrere Restaurants gelten. In jeder Filiale soll dem Gast die gleiche Produktpalette in gleicher Qualität geboten werden. Systemgastronomie verzeichnet ein stetes Umsatzwachstum. Zu den Gewinnern gehören McDonald’s , Subway und Vapiano. Zu dem Segment gehören auch Maredo, Block House, Dinea und die Gastronomie von Ikea, in der Fastfood-Sparte Nordsee, Pizza Hut und Taco Bell.

An der Hochschule Heilbronn startet im Wintersemester der neue Studiengang Hotel- und Restaurantmanagement, im Sommersemester folgt sogar ein eigener Studiengang für Systemgastronomie.




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