Straßenplanungen: Gemeinderat erteilt Auftrag

Heilbronn - Der Heilbronner Gemeinderat stellte am Dienstag wichtige Weichen für die Planungen der Bundesgartenschau 2019 und dem neuen Stadtteil Neckarbogen. So können wichtige Staßen und Brücken gebaut werden.

Die Kraneninsel (Bildmitte) bei Experimenta und Insel-Hotel wird zum Park, wenn die Kranenstraße, die das Grün teilt, hinters Parkhaus verlegt wird (neu rot gestrichelt). Die Experimenta erhält Gelände für einenNeubau. Visualisierung Neckarpark Büro sinai
Heilbronn - Bei drei Gegenstimmen hat die Mehrheit des Gemeinderates Heilbronn am Dienstag der Verwaltung das Ja zu wichtigen Verkehrsplanungen gegeben. Für die Bundesgartenschau und den neuen Stadtteil Neckarbogen will man die Kalistraße schließen und die Kranenstraße verlegen. Dadurch werden Flächen für Parks am Neckar frei.

Stärkung des Rad- und Fußgängerverkehrs

Insgesamt handelt es sich um ein Investitionspaket in Höhe von 98,8 Millionen Euro. Grundgedanke der Planungen ist es, den sogenannten „Umweltverbund“ (ÖPNV, Rad- und Fußgängerverkehr) im künftigen Stadtviertel Neckarbogen besonders zu stärken, um den Autoverkehr dort auf 30 Prozent aller Fahrten zu reduzieren – für die Gesamtstadt beträgt dieser Anteil derzeit rund 70 Prozent.

Endgültige Entscheidung im zweiten Halbjahr

Mit dem Wegfall der Kalistraße kann Heilbronn einen Grün- und Freiraum zwischen dem Altneckar und dem künftigen Buga- und Neckarbogengelände (links im Bild) schaffen. Der Verkehr wird dann über die Karl-Nägele-Brücke geleitet (Hintergrund). Visualisierung Neckarpark Büro sinai
Eine endgültige Entscheidung über die Verkehrsinfrastruktur soll der Gemeinderat im zweiten Halbjahr treffen, wenn auch die weiteren Bundesgartenschauplanungen auf der Tagesordnung stehen. Zuvor sind Gespräche mit dem Zuschussgeber Land sowie die nächste Runde der Bürgerbeteiligung geplant.

So stehen fünf Bürgerwerkstätten an, bei denen sich Heilbronnerinnen und Heilbronner zu Themen wie Verkehr, Stadt am Fluss oder Sport/Freizeit informieren, mit Fachleuten diskutieren und Anregungen oder Vorbehalte äußern können. Gestartet wird am Montag, 23. April 2012, mit dem Thema Verkehr und Umweltverbund.

Geplante Straßen und Brücken

  • Verlegung der Kalistraße, um Platz für einen Neckaruferpark zu schaffen. Statt eines Neubaus auf der anderen Neckarseite bevorzugt die Verwaltung jetzt die Variante, den Verkehr aus Kosten- und Verfügbarkeitsgründen über die auszubauende Karl-Nägele-Brücke, Fügerstraße/Weipertstraße zu lenken. Eine sogenannte Vorlandbrücke direkt westlich im Anschluss an die Nägele-Brücke soll die Fortführung der großzügigen Neckarpromenade Richtung Norden ermöglichen.

  • Neubau der in absehbarer Zeit abgängigen Bleichinselbrücke sowie daran anschließend ein erstes Teilstück der Westrandstraße zur Erschließung eines ersten Abschnitts des Neckarbogens. Im weiteren Verlauf erfolgt – im Gegensatz zu den bisherigen Planungen - lediglich ein Grundausbau der Westrandstraße, die während der Bundesgartenschau nun nicht das Ausstellungsgelände zerschneiden wird.

  • Verlegung der Kranenstraße von der Kraneninsel zum Experimenta-Parkhaus, um den Neckarpark autofrei zu bekommen. Ein ersatzloser Verzicht, das haben Verkehrsuntersuchungen nachgewiesen, ist nicht möglich – die Straßen der nördlichen Altstadt würden den Umgehungsverkehr nicht bewältigen.

  • Neue Fuß- und Radwegbrücken: von der Bahnhofsvorstadt über das Gleisfeld des Hauptbahnhofs zum Neckarbogen, vom Neckarbogen über den Neckar zum Innovationspark HIP, vom Neckarbogen über den Neckarkanal nach Böckingen, und südlich der Bahnbrücke über die Neckartalstraße nach Böckingen.

  • Nach 2019 soll dann der Rest der Westrandstraße komplett ausgebaut und eine Fuß- und Radwegbrücke vom Wohlgelegen zum Industriegebiet am Neckar errichtet werden. red

 

Weitere Infos unter www.buga2019.com