Ostermarschierer kritisieren Waffenexporte

Heilbronn/Stuttgart - Sie wollen die Welt ein bisschen besser machen: Eine kleine Gruppe aus der Region engagierte auf einer Kundgebung in Stuttgart. Die Ostermärsche haben Tradition.

Heilbronn/Stuttgart - Ihr Anliegen ist hochpolitisch, ihre Zahl überschaubar: Am Ostermarsch der Friedensbewegung in Stuttgart haben sich an Ostersamstag 27 Teilnehmer aus der Region Heilbronn beteiligt. „Schluss mit der Kriegspolitik“, war die Veranstaltung überschrieben.

Mit Fahnen in Regenbogenfarben und dem Pace-Aufdruck (Frieden) versammelte sich eine kleine Gruppe am Morgen am Heilbronner Hauptbahnhof zur gemeinsamen Zugfahrt. Mittendrin: Werner Winter (72), Friedensbüroleiter und seit 40 Jahren bei Ostermärschen dabei.

„Gegen Rüstungsexporte und für Frieden in Syrien“ will er demonstrieren, er, der seinen Vater nie richtig kennenlernte, weil dieser 1942/43 im Zweiten Weltkrieg aus Stalingrad nicht wiederkam. „Vor allem deutsche Rüstungslieferungen nach Saudi-Arabien sind eine Katastrophe“, schimpft Winter. In Krisengebiete dürfe man nichts liefern, dies müsse aufhören.

Die Ostermarschierer sind am Heilbronner Hauptbahnhof gestartet.

Zeichen setzen

„Der Protest bringt etwas. Wir setzen ein Zeichen, bringen Diskussionen über Rüstung in Gang“, ist die Donnbronnerin Isolde Russe (53) überzeugt. Für sie kann es nur eine Ideallösung geben, wenn weltweit „eine gerechte Verteilung von Nahrungsmitteln und Rohstoffen gewährleistet ist“. Am stärksten benachteiligt sind für sie afrikanische Länder. Dass Deutschland an dritter Stelle weltweiter Waffenexporte stehe, will die Heilbronnerin Margit Engel (62) nicht hinnehmen. Afghanistan, Syrien, Mali – „es gibt genug Brennpunkte“.

Der 19-jährige Yannick aus Heilbronn ist dagegen, dass man politische oder wirtschaftliche Probleme „mit Kriegshandlungen löst“. Im umkämpften Mali zum Beispiel hält er den Einsatz der französischen Armee für falsch. „Es gab vorher eine starke Friedensbewegung im Land.“ Man hätte den Konflikt „auch friedlich lösen können“.

Mit dem Protest in Stuttgart war Werner Winter am Ende zufrieden. Auf rund 1200 schätzte er die Teilnehmerzahl ist Stuttgart. „Das ist schon ganz ordentlich“, sagte er am Samstagabend. Die 27 Teilnehmer aus Heilbronn seien eine klare Steigerung zum Vorjahr gewesen, verglich er. Damals waren es zehn. cf