Gruseliges Naturschauspiel bei Kirchhausen

Heilbronn  Ein kurioser Anblick bietet sich derzeit an einem Feldweg in Heilbronn-Kirchhausen. Sträucher, Bäume und Gräser sind großflächig mit weißen Netzen überzogen.

Von Adrian Hoffmann

 

Bei dem Naturschauspiel handelt es sich um das Werk von Raupen der sogenannten Gespinstmotte. Für Jürgen Hetzler vom Grünflächenamt ist das massenhafte Auftreten keine Überraschung, Gespinstmotten seien im Frühjahr – besonders 2017 – regelmäßig aktiv. Aber auch Hetzler gibt zu: „Das sieht schon ein bisschen horrormäßig aus.“

Das Foto in die Redaktion geschickt hat Julia Link, die angesichts ihrer Entdeckung zunächst ratlos war und nicht wusste, womit sie es hier zu tun hat. Die Reaktionen in der Facebook-Gruppe der Heilbronner Stimme fallen entsprechend aus, von Riesenspinnen und Zuckerwatte ist die Rede. 

„Brennt dieses Ding ab, bevor es sich vermehrt“, schreibt einer. „Gruselig“, eine andere. Oder: „Das ist doch sicher ein Werbegag zu einem neuen Alienfilm“ – „Angriff der achtbeinigen Monster, wie alles begann“. Es gibt aber auch jemanden, der meint: „Ich finde das irgendwie schön.“

Pflanzen überleben Befall in der Regel

Die Gespinstmotte sei kein Schädling, sagt Hetzler vom Grünflachenamt. Oft seien Pfaffenhütchen-Sträucher betroffen. Die Raupen der Gespinstmottenarten fressen die Pflanzen in der Regel vollständig ab und überziehen Stämme, Äste und Zweige komplett mit einem Gespinst, in dem sie gesellig leben.

Die Sträucher würden schon wenige Wochen nach dem Befall wieder austreiben, erklärt Biologe Hetzler. In diesem Frühjahr stelle er ein starke Faltervermehrung fest. Das Ansteigen der Population hänge vermutlich mit der Witterung zusammen, so Hetzler.

Nach Angaben des Pflanzenschutzdienstes Bonn fördert insbesondere der Klimawandel dieses inzwischen alljährliche massenhafte Auftreten der Gespinstmotten.