Buga-Roboter soll selbstständig gärtnern

Heilbronn  Ein Roboter, der Salat aussät und die Tomaten gießt, wenn es nicht regnet. Bauen wollen ihn die Mitglieder der Initiative "Code for Buga". Los geht es mit einem kostenlosen Workshop am 4. Juni.

Farmbot
Felix Ebert und Adrian Stabiszewski haben für das Konzept für „Code for Buga“ schon einen Preis gewonnen. Foto: Daniel Stahl

Der sogenannte Farmbot soll aus einem einfachen System auf Schienen bestehen, ausgestattet mit Feuchtigkeitssensoren und mit einer Software, die die Abläufe steuert. „Die Menschen wollen zurück zur Selbstversorgung“, sagt Adrian Stabiszewski aus Bad Wimpfen, der das Projekt in Heilbronn gestartet hat. Den Farmbot soll im Prinzip jeder zu Hause nachbauen können.

„Solche Roboter könnten bei der steigenden Urbanisierung noch eine wichtige Rolle spielen“, sagt Oliver Toellner, Leiter für Planung und Ausstellungskonzeption der Bundesgartenschau 2019 (Buga). Er unterstützt die Programmierer. „Wir finden das Projekt sehr spannend“, sagt Toellner. Bei Bedarf unterstützt die Buga beim Gärtnern.

Feuchtigkeitssensoren merken, wann der Roboter genug gegossen hat

Adrian Stabiszewski hat gemeinsam mit Felix Ebert die Initiative "Code for Buga" gestartet. Die beiden Software-Entwickler wollen den Roboter gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen aufbauen. „Wir möchten dabei den Spaß am Programmieren vermitteln“, sagt Felix Ebert. Am 4. Juni gibt es einen Workshop zum Projekt im Coworking Space im Wollhaus.

Eine Gruppe könnte dabei die Schienen bauen, auf denen der Roboter später über Beete fahren kann. Andere Teams könnten Wetterdaten auswerten, damit der Roboter weiß, wann er gießen muss und wann es regnet. Wieder andere Jugendliche könnten Feuchtigkeitssensoren testen, mit denen der Roboter merkt, wann er genug gegossen hat.

Teile für den Roboter kommen aus der ganzen Welt

Farmbot
So ähnlich könnte der Farmbot samt automatisch gepflegtem Beet aussehen. Foto: Farmbot.io/verwendet unter CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/)

„Wir wollen gemeinsam lernen, wie man so eine Technologie für die Buga und auch für sich zu Hause nutzen könnte“, sagt Ebert. Den Jugendlichen gefällt das. „Mir macht das Spaß, etwas Neues zu entwickeln“, sagt Franz Imschweiler, der schon seit einigen Wochen an dem Projekt mitarbeitet.

Zuletzt hatte er sich darum gekümmert, alle Teile für den Roboter zu bestellen, etwa Elektronik-Bauteile aus China. Aus Portugal kamen Schienen, auf denen der Roboter später zum Gießen über ein Beet fahren kann. „Jetzt haben wir fast alle Teile zusammen, jetzt können wir loslegen“, sagt Imschweiler.

5000 Euro Preisgeld für das Projekt gewonnen

Die Heilbronner haben die Idee für den Fambot nicht selbst erfunden. Weltweit entwickeln Menschen ähnliche Ideen. Die Heilbronner haben das Konzept nur passend für die Buga umgesetzt. Dafür hat das Team von „Code for Buga“ schon einen Preis gewonnen.

Die Technologiestiftung Berlin und die Universität der Künste Berlin haben dafür den Code Week Award verliehen. Damit verbunden sind 5000 Euro Fördergeld von Samsung, damit das Projekt auch klappt.

Darüber freu sich auch Oliver Toellner von der Buga. Der Farmbot soll am Ende auch seinen Platz auf dem Buga-Gelände in Heilbronn bekommen. "Wir können uns mehrere Standorte dafür vorstellen. Wer weiß, was die Gruppe bis dahin noch entwickelt."

 

Kostenlose Workshops für Schüler und Jugendliche

Die Initiative Code for Heilbronn organisiert unter dem Motto “Code for Buga 2019” mehrere Hackdays und Workshops. Der offizielle Start ist am 4. Juni 2016, zu dem die Initiative alle interessierten Menschen, insbesondere Schüler und Jugendliche ab 12 Jahren, zu einem Hackday einlädt. An diesem Tag wird in mehreren Gruppen mit der Umsetzung des Farmbots begonnen.

Neben dem Aufbau und der Programmierung des Farmbots ist das Ziel, spielerisch mit anderen zu lernen und für Technik zu begeistern. Daher ist die einzige Voraussetzung für die Teilnahme Interesse an der Programmierung von Software und Hardware sowie Entdeckerdrang. Die Beteiligungsfelder und verwendbaren Techniken sind vielfältig, es stehen unter anderem Arduinos, Raspberry Pis, Sensoren, Schrittmotoren und 3D Drucker bereit.

Mehr Informationen gibt es auf der Seite des Projekts.