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Läpple-Gestüt gehört Vergangenheit an
Von unserer Mitarbeiterin Margit Stöhr-Michalsky
Weinsberg - Der Arm des Baggers fährt aus, die Greifzange beißt sich in das Mauerwerk der Außenfassade des Wohnhauses des ehemaligen Läpple-Gestüts am Steinbruchweg in Weinsberg. Hinter der großen Öffnung, die der Bagger gerissen hat, sind Zimmerhöhlen und Flure erkennbar. Steinbrocken fallen auf den Schuttberg, eine kleine Staubwolke hebt sich in den eisigen Winterhimmel.
Bedingungen Die Mitarbeiter der Heilbronner Firma SER Sanierung, Erd- und Rückbau gleichen in ihren gefütterten Arbeitsanzügen Astronauten auf dem Mond. Bei minus zehn Grad sind sie zurzeit von 7 bis 17 Uhr auf der Baustelle.
Drei Bagger sind im Einsatz, um das Gelände für die zukünftige Bebauung vorzubereiten. Auf dem 1,8 Hektar großen Gelände können bereits in diesem Jahr 23 Wohneinheiten mit einem regenerativen Energiekonzept, mit in die Architektur integrierten Solarmodulen, entstehen. Im Dezember 2011 hatte der Gemeinderat den Bebauungsplan "Am Steinbruchweg" beschlossen. Jetzt wird er in die Tat umgesetzt. "Das frostige, trockene Wetter ist ideal für die Abbrucharbeiten", sagt Thomas Goth, Baurechtsamtsleiter der Stadtverwaltung. Die ehemalige Reithalle ist bereits zurückgebaut. Bagger bewegen Schuttberge für den Abtransport.
"Die Abbrucharbeiten beinhalten 15 000 Kubikmeter umbauten Raum", informiert Prokurist Werner Durst vom Projektpartner der geplanten Siedlung, Kruck und Partner Wohnbau und Projektentwicklung aus Heilbronn. Baumaterialien sortieren die Arbeiter vor, sie werden getrennt entsorgt. 260 Tonnen Holz stehen zum Beispiel auf der Materialliste der Firma für die Entsorgung. Dazu kommen jede Menge Metalle, Kabelstränge und Eisenteile, Ziegel und Fenster.
Betonquader werden extra gelagert. "Der Beton soll dem Gelände wieder zugeführt werden zum Beispiel für Zufahrtswege", berichtet Diplom-Ingenieur Thomas Lang von Kruck und Partner. Es sei jetzt mehr versiegelte Fläche als später in der Siedlung vorhanden, erklären die Fachleute. Auch werden bestehende Bäume auf dem Gelände kaum beeinträchtigt.
Lastwagen fahren das vorsortierte Baumaterial ab. "Nach einem unabhängigen Gutachten ist die Abfuhrrichtung für die Lastkraftwagen über die Schlesien- und Friedhofstraße geregelt", teilt Baurechtsamtsleiter Goth mit.
Dauer "Es ist uns ein Anliegen, größte Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen", betont Werner Durst. Bis zu fünf Wochen werden die Abbrucharbeiten wohl noch dauern. "Die ersten Bauanträge sind eingegangen", berichtet Thomas Goth. Unmittelbar nach dem Abriss der Gebäude kann die Baugenehmigung erfolgen. Während die Bagger das Wohnhaus dem Erdboden gleich machen und die Pferdeställe abreißen, laufe parallel die Ausarbeitung des Plans für den Regenwasserkanal zur Lindigstraße.
Noch einmal greift der Arm des Baggers ins Mauerwerk, dann ist Schluss für heute. Der eisige Wind dringt auch durch die "Astronautenanzüge".
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