Immobiliengeschäft boomte

Von unserer Redakteurin Sabine Friedrich

Geschäft mit Immobilien boomt
Die Volksbank-Vorstände: (v. links) Josef Mayer, Konrad Stadler, Matthias Haug sowie Carl Conte.Foto: Dennis Mugler 

Flein - Wir haben keine faulen Kredite und Wertpapiere", betont Konrad Stadler. Deswegen habe die Volksbank Flein-Talheim im vergangenen Jahr auch keine Risikovorsorge betreiben müssen, stellt der Vorstand fest. "Vom Ergebnis her war 2011 ein zufriedenstellendes Jahr." Das wird Stadler auch heute Abend bei der Mitgliederversammlung um 19 Uhr in der Fleiner Flina verkünden. Zwar ist das Kreditvolumen leicht gesunken, aber: "Wir hatten mit einem Umsatz von 5,8 Millionen Euro noch nie ein so hohes Immobilienergebnis wie 2011", betont Stadlers Kollege Curt Conte. Da macht sich die allgemeine Zurückhaltung von Bankkunden bemerkbar, statt Geld anzulegen, es in Wohnungen, Häuser oder Grundstücke zu investieren.

Tilgungen Bekommt das Geldinstitut (67 Beschäftigte) das schlechte Image der Banken in der europäischen Finanzkrise zu spüren? "Mit umgekehrten Vorzeichen", verneint Vorstandssprecher Josef Mayer. Der Kunde könne sehr wohl zwischen Groß- und Regionalbanken unterscheiden. Als große Stärke seines Hauses sieht Mayer, nah am Kunden zu sein. Dass das Vertrauen in den Euro erschüttert sei, "das spüren wir sehr deutlich", gibt er zu. Statt Geld anzulegen, wurden Darlehen zurückgezahlt. "Wir hatten 2011 mit hohen Tilgungsrückflüssen und Sondertilgungsmöglichkeiten zu kämpfen", sagt Stadler. "Dadurch hatten wir keinen Zuwachs im Kreditgeschäft." Das Volumen sank um eine auf 118 Millionen Euro. Mayer ist zuversichtlich, dass sich diese Zahl wieder steigern lässt.

"Das ist eine gesunde Struktur", meint der Neue in der Vorstandsriege, Matthias Haug, mit Blick darauf, dass 75 Prozent der Kredite den Privatkundenbereich betreffen.

"Die Leute haben Angst vor längerfristigen Anlagen. Sie wollen flüssig sein", begründet Mayer den Trend zu Tagesgeldkonten. Bei den Kundeneinlagen ergab sich ein minimales Plus auf 163 Millionen Euro.

"Was geplant war, haben wir nicht erreicht", muss Stadler beim Aktiengeschäft konstatieren. Die Wertpapierumsätze waren 2011 rückläufig. "Zu jeder vernünftigen Anlage gehören Wertpapiere dazu", macht Haug aber deutlich. Die Genossenschaftsbank selbst hat einen Wertpapierbestand von knapp 50 Millionen Euro.

Zuwachs Einen kleinen Zuwachs weist die Bilanzsumme von 207 Millionen Euro aus. Der Gewinn kletterte leicht auf 567 000 Euro. Der Jahresüberschuss betrug rund eine Million Euro. Die Rücklagen füllten sich und erreichten erstmals zehn Millionen Euro. Mit einer Steuerlast von rund 900 000 Euro gehöre die Voba in ihrem Marktgebiet zu den großen Steuerzahlern, so Stadler.

Fast jeder zweite der rund 15 000 Einwohner im Einzugsgebiet Flein, Talheim und Heilbronn-Horkheim ist Mitglied beim Institut. Die Zahl nimmt kontinuierlich zu, diesmal um knapp 50 auf 6661 Mitglieder. Diese dürfen sich voraussichtlich über fünf Prozent Dividende freuen. "Beim allgemeinen Zinsniveau ist das schon eine interessante Rendite", meint Curt Conte.

"Die Fusionitis hat in den vergangenen Jahren spürbar abgenommen, weil die Größe eines Instituts nicht unbedingt Ertragskraft bedeutet", sagt Haug. Mayer bestätigt, dass es kein Denken in Richtung Fusion gebe. Dass der Aufsichtsrat einen neuen Vorstand bestellt habe, sei eine "deutliche Aussage".

"In allen Bereichen wachsen", gibt Stadler als Ziel für dieses Jahr vor. Das sei natürlich abhängig vom Markt, davon, was mit dem Euro passiere, mit der konjunkturellen Entwicklung. "Wir haben ein sehr gutes Potenzial in der Region", gibt sich Conte optimistisch, was die wirtschaftliche Lage, die Einkommenssituation oder die Kaufkraft der Menschen betreffe.

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