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Winterschuhe gehen langsam aus
Von Helmut Buchholz
Heilbronn - Ute Laidig und ihre Tochter Ellen haben die verschneiten Straßen gestern nicht von einem Einkaufsbummel in der Heilbronner Innenstadt abgehalten. "Die Stadt ist ganz schön voll", sagt die 47-Jährige aus Wüstenrot. Dennoch genießt sie die Shoppingtour ohne konkretes Kaufziel. "Meine Tochter hat Urlaub, jetzt haben wir endlich zusammen Zeit."
Typisch, untypisch
Mutter und Tochter Laidig sind typische Kunden zwischen Weihnachten und Silvester. "Heilbronn ist für Familien mit der Experimenta und der Stadtgalerie interessanter geworden", sagt Jutta Stark. Die Inhaberin des Schuhgeschäfts Siller an der Heilbronner Allee profitiert von der verbesserten Aufenthaltsqualität. "In den Ferien verbringt man einen Tag in der Innenstadt." Allerdings sind die Laidigs auch wieder untypische Kunden: Denn im Schuhhandel tauchen jetzt vermehrt Männer auf, die sich warme Winterschuhe kaufen. So oft wie schon lange nicht. Der starke, frühe und plötzliche Wintereinbruch hat die Männer wohl in die Läden getrieben, die bisher eher eine Frauendomäne waren. Jutta Stark: "Bei Winterstiefeln und gefütterten, warmen Schuhen kann es zu Engpässen kommen." Es werde fast nur noch im Ausland produziert, der Handel plane die Saison immer vier Monate im Voraus. Jetzt könne kaum noch nachgeliefert werden. Dass der Winter mit so viel Macht hereingebrochen ist, "war nicht vorauszusehen".
Selbst Karl Pommée hat sich gestern Morgen neue Winterschuhe gekauft. Der Geschäftsführer von Galeria Kaufhof in der Fleiner Straße ist schon 45 Jahre im Einzelhandel beschäftigt. Er weiß darum, dass sich zwischen den Jahren nicht nur warme Winterkleidung verkauft, wenn das Wetter entsprechend ist. "Die Tage zwischen Weihnachten und Silvester sind traditionell stark." Das liege auch an der gewandelten Mentalität. "Die Leute schenken Gutscheine und Bargeld, das wird jetzt umgesetzt." Das spürt auch die Stadtgalerie. "Bei uns ist es voll", sagt Reinhard Groß, Technischer Leiter des Einkaufszentrums.
Kapazitätsgrenze
Die Nachfrage ist bei Intersport Saemann in der Kaiserstraße ebenfalls groß. Erwartungsgemäß komme das Geschäft mit Schlitten und Bobs an die Kapazitätsgrenze. Da werde es schwer, Nachschub zu bekommen, sagt Einkäufer Hannes Maier. Wintermützen seien noch lieferbar, auch die gehen gut weg. Genauso wie die Winterboots. "Da wird es langsam eng mit den Beständen." Was Skiausrüstung angehe, "sind wir überrannt worden − bombastisch".
Ein begehrter Klassiker ist auch der Möbelkauf zwischen den Jahren. "Das sind die besten Zeiten dafür", sagt Petra Schiemer vom Einrichtungshaus Schade Lamminger in Heilbronn-Böckingen. Der Grund: "Die Leute haben Urlaub." Und die Zeit, in Ruhe auszuwählen.
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