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Weltmarktführer auf der Suche nach Nachwuchs
Von unserem Redakteur Manfred Stockburger
Mulfingen/Heilbronn - Die Chefs müssen zum obersten Verkäufer ihrer Unternehmen werden, meint Professor Dirk Zupancic. Auch beim Personalmarketing, denn der Fachkräftemangel ist jedenfalls für viele Weltmarktführer in der Region das beherrschende Thema. Mehr als 100 kamen zum sechsten Strategietreffen der Weltmarktführer in der Jagstmühle in Mulfingen-Heimhausen. Dem letzten von Steffen Schoch, dem scheidenden Chef der regionalen Förderfirma WHF, organisierten solchen Treffen.
Karriere
Dirk Zupancic, Chef der Heilbronner Privathochschule GGS, las in der Jagstmühle den Chefs und ihren Personalverantwortlichen die Leviten. "Wenn eine Firma nur okay ist, dann werden die Leute wieder gehen", sagte er. Um Mitarbeiter zu bekommen und zu halten, müsse man sich fragen, was ihre Bedürfnisse sind − und die können von Typ zu Typ durchaus unterschiedlich sein: Betriebswirte, so Zupancic, seien in der Regel auf Karriere aus. Geisteswissenschaftler legen Wert auf Kollegialität und Verantwortung. Und Ingenieure auf das Innovationspotenzial.
Die jeweils richtigen Antworten zu finden, sei die Aufgabe der Personalverantwortlichen. So, wie Produktverkäufer die Bedürfnisse der Kunden befriedigen müssen, zieht der Marketing-Professor Zupancic eine Parallele. "Auch Personaler müssen zu Verkäufern werden."
Glaubwürdigkeit
Wie das in der Praxis geht, erklärte Bechtle-Vorstandschef Thomas Olemotz. Die Bildung einer Arbeitgebermarke sei kein Projekt, das ein Ende habe, sagte er. Deswegen haben die Neckarsulmer die Mitarbeiter einbezogen − unter anderem betreiben Auszubildende ein Karriereportal im Internet. "Wenn man den Weg Social Media geht, dann muss man vorher eine klare Strategie haben." Und: "Glaubwürdigkeit ist ein hohes Gut." Bechtle arbeitet aus diesem Grund in seinen Anzeigen nicht mit Models, sondern mit eigenen Mitarbeitern. Außerdem betonte Olemotz, dass man die bestehenden Mitarbeiter dabei nicht vergessen dürfe. Angesichts der demografischen Entwicklung gebe es bei Bechtle keine Altersgrenze nach oben mehr bei der Förderung von Nachwuchsführungskräften.
Des einen Leid ist des anderen Freud: Für den bisherigen WHF-Geschäftsführer Schoch, den seine Weltmarktführer mit Applaus verabschiedeten, wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsmodell, wie er den Teilnehmern erklärte: Er fängt nächstes Jahr bei der überregional tätigen Personalberatung Rochus Mummert als Headhunter an. Das Ziel: Führungskräfte für Firmen auch in der Region zu gewinnen.
Sein eigener Nachfolger ist aber schon gefunden: Andreas Schumm, bisher Planer beim Regionalverband Heilbronn-Franken, stellte sich beim Strategietreffen vor.
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