Sparstrumpf ist auch weiterhin prall gefüllt

Mario Dürr plant Gestaltungsoffensive für die Ortsmitte − Kinderhaus für Ein- bis Dreijährige kostet 3,5 Millionen Euro

Von unserem Redakteur Rolf Muth

Von Kreisel bis Kinderbetreuung

Neckarwestheim - Kostenloses Badevergnügen, gesponserte Bauplätze und eine 14,4 Millionen Euro teure Kulturhalle: Geldsorgen hat Neckarwestheim nicht. Am Sonntag wählt der 3600 Einwohner zählende Ort den Bürgermeister. Mario Dürr tritt für eine dritte Amtszeit an. 2600 Bürger sind wahlberechtigt.

Wohlstand Der 46-Jährige holte nach der Finanz-Affäre des Vorgängers Horst Armbrust 13,5 der veruntreuten 20 Millionen Euro zurück. Ein Pfeiler des Wohlstands. Zum anderen sprudelte die Gewerbesteuereinnahme aus dem Atommeiler bis zur Energiewende kräftig. Wie der Standort nach dem Rückbau genutzt werden kann, wird den Gemeinderat intensiv beschäftigen. Dürr will "frühzeitig Weichen stellen". Das ist beim Gewerbemix bereits passiert: Auch ohne GKN liegt die Steuereinnahme hier bei drei Millionen Euro. Im Sparstrumpf stecken 30 Millionen Euro. Die Gemeinde steht, gemessen am Steueraufkommen, nach Neckarsulm an zweiter Stelle im Kreis. Pro Kopf zahlt sie nach Neckarsulm die höchste Kreisumlage.

Gestaltungsoffensive − ein Begriff, der für verschiedene Areale gilt: Nachdem ein Kartoffelhandel ausgesiedelt ist, gibt es Platz im Ort. Der Kirchplatz wird für 1,5 Millionen Euro umgebaut. Die Infrastruktur soll im Kern, beim Rathaus, verbessert werden. Wohnungsbau oder Geschäftshaus? Ein Quartier steht für die Bebauung bereit.

Betreuung Gut aufgestellt ist der Ort in der Betreuung. Aber: Die Plätze in der Krippe für Ein- bis Dreijährige gehen zur Neige. Ein Kinderhaus für 3,5 Millionen Euro ist geplant. Erweiterungsreserven hat die Verwaltung auch für das Alexander-Seniorenstift. Die Jugend hat seit kurzem eine Bleibe. Der Platz wird aber jetzt schon knapp.

Die Hälfte des elf Hektar großen Baugebiets Rohr/Hart I für 350 Bürger ist so gut wie vermarktet: Bauplatzpreis 220 Euro, Zuschuss pro Kind 3300 Euro. Weitere zehn Hektar liegen in Hart II noch brach. Hier hat sich Edeka mit einem Treff 3000 angesiedelt. Cap-Markt, ein Hofladen und Schlecker sind in der Ortsmitte zu finden. Apotheker? Fehlanzeige. Dürr rechnet sich bei künftig 4000 Einwohnern Chancen aus.

Für die Wahl am Sonntag, 12. Februar, hat unsere Zeitung einen SMS-Wahlservice eingerichtet. Interessenten erhalten das Resultat direkt auf ihr Handy.

Sparstrumpf ist auch weiterhin prall gefüllt
Der Kirchplatz wird zurzeit für 1,5 Millionen Euro umgebaut.Fotos: Rolf Muth
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