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Polizei musste Alkohol-Großkontrollen absagen
Von unserem Redakteur Helmut Buchholz
"Durch die Abordnung zu Stuttgart 21 war bei uns dieses Jahr Ende Gelände."
Polizeisprecher H. Schumacher
Region - Das Equipment für die Absperrung war schon hergerichtet, Zusatzkräfte von der Bereitschaftspolizei standen in den Startlöchern, alles war vorbereitet für die große Alkoholkontrolle der Heilbronner Polizei. "Doch dann kam uns Stuttgart 21 dazwischen", sagt Harald Schumacher, Sprecher der Heilbronner Polizeidirektion (PD). Die PD musste Beamte zur Unterstützung der Einsatzkräfte in Stuttgart abstellen, wo der Schlosspark geräumt wurde und die Baumfällungen begonnen hatten. Das bedeutete das Aus für die zwei angesetzten Alkohol-Großkontrollen in der Unterländer Faschingszeit. "Wir haben sie kurzfristig abgesagt", erklärt Harald Schumacher.
Keine Kapazität
Nicht nur die PD Heilbronn ist betroffen. Auch die Mosbacher und Künzelsauer Polizeidirektionen verzichteten mangels Kontrolleuren auf die groß angelegten Überwachungsaktionen, obwohl sie in der fünften Jahreszeit zum Standardprogramm gehören. PD-Sprecher Schumacher kann sich nicht erinnern, dass sie je einmal ausgefallen wären. "Aber dieses Jahr war Ende Gelände." Die Kapazitäten waren einfach nicht da.
Allerdings war der Alkomat in der Karnevalszeit doch nicht ganz arbeitslos. Denn so ganz und gar unkontrolliert wollte die Polizei die Narren und Narralesen dann doch nicht davonkommen lassen. Also stellten die Reviere einzelne Streifenwagen ab, die dann an "alkoholträchtigen Stellen", wie Schumacher sagt, die Autofahrer stoppten und auf Alkoholkonsum testeten. Der Polizeisprecher betont, dass die Kollegen sich nicht extra vor einer Halle auf die Lauer legen, in der eine Faschingsveranstaltung stattfindet, um dann die Autofahrer beim Losfahren zu schnappen. Die Kontrollen fänden vielmehr "in der Umgebung großer Faschingsveranstaltungen statt".
Seit Ende Januar bis Aschermittwoch kamen so exakt 16 − kleinere − Kontrollen im Stadt- und Landkreis Heilbronn zustande. Dabei gab es 34 Verstöße gegen die erlaubten Alkoholpegel im Straßenverkehr. Zum Vergleich: Allein bei der letzten vierstündigen Alkohol-Großkontrolle an Weiberfasching 2011 am Beilsteiner Ortsausgang überschritten zehn Fahrer die Promillegrenzen.
Aus der Erfahrung bei den zahlreichen Schwerpunkt-Aktionen macht Polizeisprecher Harald Schumacher einen Trend aus: nämlich den zur Vernunft. "Wir stellen fest, dass die Autofahrer nüchtern bleiben oder sich doch in der Gruppe einen aussuchen, der keinen Alkohol trinkt." Dennoch seien die großen konzertierten Kontrollen zur närrischen Zeit auch in Zukunft nötig. Schumacher: "Diese Aktionen entwickeln einen gewissen Druck und wir wollen ja auch eine präventive Wirkung erzielen." Allerdings weiß der Polizeisprecher nicht, wie es mit dem Personal in der nächsten Faschingszeit aussieht. "Aber wenn es irgendwie machbar ist, wollen wir die Großaktionen beibehalten."
Dass auch die "normale" alltägliche Polizeiarbeit unter Stuttgart-21-Abordnungen leidet, glaubt Schaumacher indes nicht. "Die Bürger werden das nicht spüren." Die Kollegen, die nicht in Stuttgart seien, müssten die Lücke eben schließen − mit Überstunden. Die Revierleiter würden schon jetzt viel Energie daransetzen, die Mindeststärke der Streifenwagenbesatzungen zu gewährleisten.
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