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Optimismus in schwierigen Zeiten
Von unserer Redakteurin Iris Baars-Werner
Heilbronn - Optimismus ist ja eine der Tugenden, die die FDP momentan mehr als nötig hat. "Das Jahr beginnt für uns hervorragend", ruft Richard Drautz den Gästen im Heilbronner Haus des Handwerks zu − und man ist als nicht zum Zweckoptimismus verpflichteter Beobachter dann doch etwas irritiert. Aber der Kreisvorsitzende der Liberalen lässt sich nicht beirren und liefert auch die Begründung für sein unübersehbares Strahlen: "Wir haben schon vier neue Mitglieder in den ersten vier Wochen."
Ok, denkt man, mit der Ziffer Vier wäre die FDP derzeit in manchen Umfragen schon wirklich gut bedient − bundesweit, versteht sich, nicht in der einstigen liberalen Hochburg Heilbronn im einstigen liberalen Stammland Baden-Württemberg. Für diese Situation hat der ehemalige Staatssekretär den nicht mehr optimistischen Satz parat: "Die FDP ist in schwierigen Zeiten." Warum, weiß Richard Drautz auch: Die Abwahl von Schwarz-Gelb im Land sei eine Folge von "nicht berechenbaren Ereignissen" wie Stuttgart 21 und die "Natur- und Technikkatastrophe Fukushima" gewesen.
Dem Optimismus in schweren Zeiten fügt die FDP in Stadt und Kreis Heilbronn ein weiteres antizyklisches Verhalten hinzu: In Jahren, da die FDP triumphierte, lud man nicht selten zum kleinen Empfang im Nebenzimmer. Am Mittwoch buchten die Liberalen mutig den Meistersaal − und siehe da: 150 Besucher kamen, keineswegs alle mit eindeutigem Parteibuch.
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr war der Magnet − Ärzte, Apotheker und Detlef Piepenburg als Heilbronner Landrat und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der SLK-Kliniken nutzten die Gelegenheit, kritische Fragen zu stellen. Nicht nur die Gesundheitspolitik war Thema im halbstündigen Parforceritt des eloquenten FDP-Ministers (ausführliches Interview folgt). Europa, Schuldenabbau, Pflegeausbildung und vieles mehr beschied der Münsteraner mit dem Hinweis "Es braucht die Liberalen", sonst gehe es weiter mit ausufernder Staatsquote, Überregulierung, Schuldenmacherei und vielem Schlechten mehr. Man brauche die FDP und ihr Credo von der "Leistungs- und Chancengerechtigkeit".
Nicht wegducken
"Wenn’s kritisch wird, nicht wegducken": Für Michael Link, nicht nur Staatsminister im Außenamt, sondern in Heilbronn auch Stadtverbandsvorsitzender der FDP, ist dieser Satz Zukuftsprogramm für sich und die Partei. Ohne jede aufgesetzte Attitude hat er zum Abschluss des Empfangs Dankesworte für die Ehrenamtlichen in der FDP. Dabei wüssten die so viel lieber von ihm, wie es war, tags zuvor noch in New York im Sicherheitsrat neben Hillary Clinton zu stehen und mit ihr vor die internationale Presse zu treten. Für manchen in der FDP hat 2012 wirklich gut angefangen.
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