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Mit der Nase den richtigen Riecher gehabt
Von Ulrike Bauer-Dörr
Heilbronn - Bei den Hals-Nasen-Ohren-Ärzten ist sie die am häufigsten gestellte Diagnose: die verstopfte Nase. Eine Nasennebenhöhlenentzündung treibt jeden Winter fast 15 Millionen Menschen in die Arztpraxen. Klare Sache für Professor Burkard Lippert (48), Direktor am Heilbronner SLK-Klinikum Gesundbrunnen: "Das machen wir zum Thema unserer ersten Abendvorlesung mit Heilbronner Stimme und Kreissparkasse."
Mit der von ihm angeregten Veranstaltungsreihe "Medizin hautnah" hatte er gleich den richtigen Riecher: 400 Zuhörer, viele davon selbst oder über Angehörige betroffen, ließen sich umfassend und trotzdem unterhaltsam informieren: über Symptome, Diagnoseverfahren und Therapien von typischen Erkrankungen unseres multifunktionalen Riech- und Schmeckorgans.
In einer lockeren Talkrunde mit Lippert hakte die stellvertretende Stimme-Chefredakteurin Iris Baars-Werner nach und stellte dem Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten auch Fragen, die Leser zuvor schriftlich formuliert hatten. Im Saal drängten die Zuhörer an die Mikrofone.
Luftpassage behindert
Typische Symptome bei Nasen- oder entzündlichen Nebenhöhlenerkrankungen: Die Nasenatmung ist behindert, man atmet durch den Mund, Niesattacken, nasale Sprache, Riechstörungen, Kopfschmerzen sind mögliche Folgen. Die Luftpassage behindern können auch eine verkrümmte Nasenscheidewand, angeborene oder erworbene Nasen-Fehlstellungen, vergrößerte Polypen (häufig bei kleineren Kindern) oder angeschwollene Nasenmuscheln. Die sind meist eine Folge allergischer Reaktionen auf Umwelteinflüsse (trockene Luft in klimatisierten Räumen, Staub oder Pollen).
Behandelt wird mit Salzwasserspülungen, abschwellenden Nasentropfen, Kortison, Immuntherapien. Operiert wird erst, wenn konservative Therapien versagen. Ausschließlich chirurgisch behebbar sind verbogene Nasenscheidewände, Polypen und Fehlstellungen der Nase. "Wir operieren schonend minimalinvasiv ohne Schnitte im Gesicht und von der Nase aus", versicherte der Chefarzt. Vorher-Nachher-Bilder von medizinisch und kosmetisch angezeigten Nasenkorrekturen zeugten von der Kunst der Operateure.
Sprays
Ein großes Thema waren Nasensprays und das Suchtpotenzial, das in ihnen steckt. Werden sie zu lange verwendet, wirken sie nicht mehr, trocknen die Schleimhaut aus, Entzündungen sind die Folge. "Zwei bis drei Wochen kann man sie ohne Bedenken nehmen, unter ärztlicher Aufsicht auch ein paar Wochen länger", so Lippert.
Für Besucherin Brigitte Randelshofer aus Lauffen waren am Ende des Abend alle Fragen beantwortet. "So umfassend erklärt einem das kein Arzt in der Sprechstunde."
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