Lauf dich schlau

Hochschulen begleiten Jürgen Mennel mit virtueller Wissensstafette

Von Helmut Buchholz

Lauf dich schlau
Begleitet Mennel per Computer intellektuell: Wendelin Schramm.Fotos: privat

Heilbronn - Joggen ist auch immer irgendwie Gehirnjogging. Das ist beim Athenlauf von Jürgen Mennel nicht anders. Damit die lange Strecke keine stupide Angelegenheit wird, lässt er sich von Professoren und Studierenden der Hochschulen Heilbronn, Heidelberg, Ulm, Stuttgart, Tübingen begleiten − virtuell, versteht sich. Mennel nennt das Ganze eine "Wissensstafette".

Addieren, verdichten

Die Hochschulen dieser Städte werden über seine Internetseite www.athenlauf.de miteinander vernetzt und bilden so, wie der Extemläufer sagt, "einen Rundkurs". In Mennels Kopf ist diese Schlaufe dreimal so lang wie seine wirkliche Strecke nach Athen. Soll heißen, an mehreren Stationen, an denen der Obersulmer auf dem Weg nach Athen rastet, stellen die Hochschulen Forschungsarbeiten, Vorträge, Wissenswertes zu einem bestimmten Sportthema auf ihre Homepage. Jeder hat darauf Zugriff, kann die Inhalte herunterladen. So addieren und verdichten sich nach und nach Erkenntnisse, werden allen zugänglich gemacht.

Lauf dich schlau
Labyrinth nach Athen: So sieht das Computerspiel zum Ultralauf aus. Eine Art Pacman muss wie der Läufer in Wirklichkeit möglichst schadlos ins Ziel kommen

"Wir wollen mit diesem Projekt zeigen, wie wichtig der Sport für die Gesundheit ist", erklärt Wendelin Schramm (43). Für den Arzt und Gesundheitsökonomen von der Hochschule Heilbronn ist die Stafette eine prima Gelegenheit, "Wissen zu transferieren und generieren". Außerdem werden die Studierenden praxisnah ausgebildet. Schramms Thema ist beispielsweise zu zeigen, wie wichtig Sport für die Gesundheit ist. "Die Gesundheitskosten explodieren, dass die Menschen gesünder alt werden, ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit."

Netzwerke

Weitere Projekte an der Hochschule Heilbronn: die Entwicklung einer Software, die ärztlich verordnete Bewegungstherapien dokumentiert und überwacht. Außerdem wollen Studierende und Professoren einen eigenen Gesundheitsbrowser erfinden, der medizinische Fachbegriffe und Zusammenhänge Laien verständlich macht. Das ist nur ein kleiner Querschnitt der Themen, die Mennel via Computer mit seinem Lauf an die Öffentlichkeit transportieren will. Die Erfahrungen, die dabei gesammelt werden, sollen nicht verloren gehen. Mennel: "Mir schwebt vor, dass die Hochschulen Netzwerke bilden, die zum Nährboden für Kreativität werden." Damit die Wissensstafette keine zu trockene Kopfsache wird, haben Heilbronner Studierende ein Athenlauf-Computerspiel entwickelt. Ein Pacman muss sich dabei wie Mennel in Wirklichkeit ans Ziel quälen. Auch dieses Spiel steht bald auf www.athenlauf.de.